Vorschau auf 2006: Gelungenes Test-
Debüt des neuen Mercedes-Achtzylinders
- De La Rosa drehte in Silverstone 78 Runden
- Geht Wurz im Mercedes-"B-Team" auf Punktejagd?
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Der neue Achtzylinder-Motor von Mercedes-Benz für die kommende Formel-1-Saison hat bei zweitägigen Testfahrten im englischen Silverstone seine Feuertaufe bestanden. "Der erste Testeinsatz unseres neuen V8-Motors auf der Rennstrecke verlief problemlos", teilte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug mit. "Die Premiere war okay, wir liegen exakt im Zeitplan, den wir uns vorgegeben haben."
Der Spanier Pedro de la Rosa, McLaren-Testkollege des Österreichers Alexander Wurz, fuhr im extra für den Test umgebauten Interimsmodell McLaren-Mercedes MP4-20B insgesamt 78 Runden auf dem britischen Grand-Prix-Kurs und kam dabei auf eine Bestzeit von 1:22,974 Minuten. Der spanische WM-Spitzenreiter Fernando Alonso erzielte im Renault mit dem gängigen Zehnzylinder-Triebwerk die schnellste Runde in 1:17,018 Minuten. Die knapp sechs Sekunden Unterschied zeigen, dass die von der nächsten Saison an gültige Reduzierung im Motorenbereich von 10 auf 8 Zylinder und von 3 auf 2,4 Liter, was etwa 200 PS weniger zur Folge hat, die gewünschte Verringerung der Geschwindigkeit bringt.
De la Rosa bilanzierte: "Das waren zwei erfolgreiche Testtage. Der Leistungsunterschied zwischen dem bisherigen Mercedes-Benz V10-Motor und dem neuen V8 ist deutlich spürbar und ich musste meinen Fahrstil anpassen." Haug meinte: "Die bei den über 400 Testkilometern gesammelte Datenmenge wird jetzt bei Mercedes-Benz in Brixworth ausgewertet. Sie wird uns helfen, den Motor wie geplant weiter zu entwickeln." Der neue V8 mit der Typenbezeichnung FO 108S ist eine komplette Neukonstruktion. Vor der Premiere auf der Rennstrecke hatte der Motor in drei Monaten auf Prüfständen mehrere tausend Testkilometer zurückgelegt.
Wurz Zweiter bei Silverstone-Tests
Alonso war bei den Silverstone-Tests in 1:17,018 Min. Schnellster vor Alex Wurz (1:17,673), der im bewährten MP4-20A Reifentests für Japan fuhr. Red-Bull-Pilot Tonio Liuzzi war Drittschnellster, Christian Klien kam auf die siebente Zeit. De la Rosa kam mit dem Achtzylinder-Motor auf eine Bestzeit von 1:22,974.
"Ich kann nicht glauben, dass die Saison schon zu Ende geht", meinte Wurz, dessen Vertrag als Testfahrer bekanntlich mit Saisonende ausläuft. Die unmittelbare Zukunft des Österreichers ist derzeit offen, für 2007 ist der Niederösterreicher aber Kandidat für ein mögliches "B-Team" von McLaren-Mercedes. Dort hat man offensichtlich ähnliche Pläne wie Red Bull, das aus Minardi ein Junior-Team plant. (apa/red)
