Alonso braucht noch sechs Punkte für den Titel: McLaren blickt auf Konstrukteurs-WM!
- Jean Todt zu Ferrari-Krise: "2005 ist nicht unser Jahr"
- Klien über verpatzten Reifenwechsel noch verärgert
·Räikkönen siegt in Spa: WM bleibt offen
Finne gewinnt Belgien-GP vor Alonso, Klien Neunter
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Nur noch ein Wunder kann McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen den ersehnten Weltmeistertitel in der Formel 1 bescheren. 25 Punkte beträgt der Rückstand des Finnen auf WM-Spitzenreiter Fernando vor den letzten drei Saisonläufen. Dem Spanier genügt damit bereits Platz drei am 25. September in Brasilien, um als jüngster Weltmeister in die F1-Geschichte einzugehen.
"Egal, wie Kimi in Brasilien abschneidet. Ich brauche jetzt nur noch sechs Punkte", sagte Alonso nach seinem zweiten Platz hinter Räikkönen am Sonntag im Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps. Von McLaren-Seite waren dagegen unsportliche Töne zu vernehmen. "Ich wünsche niemandem etwas Böses, aber Alonso kann ja im Badezimmer ausrutschen, oder nicht?", meinte Teamchef Ron Dennis. "Es ist noch nicht vorbei, es ist nur schwieriger geworden."
Harter Kampf um die Konstrukteurs-Wertung steht bevor
Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hält es dagegen für "eher unwahrscheinlich", dass Räikkönen den Rückstand noch wettmachen kann. In den letzten drei Rennen in Interlagos, Suzuka und Schanghai wollen sich die Silberpfeile aber wenigstens die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft holen. "Für ein Team ist das ein sehr, sehr wertvoller Titel", betonte Haug nach dem Rennen in Spa. Nur einmal, im Jahr 1998, hat die britsch-schwäbische Kombination diese prestigeträchtige Trophäe bisher gewonnen.
Lediglich sechs Punkte trennen McLaren-Mercedes vor den Übersee-Rennen noch von Renault (146:152). Titelverteidiger Ferrari ist mit 90 Punkten als Dritter dagegen weit abgeschlagen. Genau wie ihr deutscher Superstar Michael Schumacher (55) in der Fahrerwertung gegen Räikkönens kolumbianischen Teamkollegen Juan Pablo Montoya (50) muss die Scuderia auch im Duell um die Marken-WM um Platz drei bangen. Toyota liegt nur noch zehn Zähler zurück.
Todt will 2005 schnell wegstecken
"2005 ist einfach nicht unser Jahr", sagte Ferrari-Teamchef Jean Todt. "Das war wieder einmal eines der Erlebnisse in diesem Jahr, die wir ganz schnell wegstecken müssen", schrieb Schumacher am Montag auf seiner Homepage (www.michael-schumacher.de). In Spa war der entthronte Weltmeister vom japanischen BAR-Piloten Takumo Sato von der Strecke befördert worden.
Alonso legte den Grundstein zu seiner überlegenen Führung bereits am Saisonbeginn. Mit dem dritten Platz in Australien und seinen drei Siegen in Malaysia, Bahrain und Imola enteilte er der Konkurrenz. McLaren kam dagegen erst Anfang Mai in Spanien auf Touren, wo der erste von acht Siegen in den bisher jüngsten elf Rennen fixiert wurde.
Spaniens Medien feierten Alonso bereits ausgiebig. "Es fehlt nur noch ein bisschen. Alonso weiß, dass er Weltmeister sein wird, man sieht es ihm an, und er fährt auch wie die Nummer eins", schrieb etwa die Sportzeitung "As" am Montag. "Aber zu dem Titel wird er nichts sagen, bis er ihn in der Tasche hat." In Finnland wählte dagegen die Zeitung "Ilta-Sanomat" die Überschrift: "Kimi siegt, aber ..."
Alonso will sich jedoch nicht mit dem Fahrertitel zufrieden geben. "Ich muss versuchen, weiter konstant Podestplätze herauszufahren, um dem Team auch in der Konstrukteurswertung zu helfen", kündigte der 24-jährige Asturier an. Doch das dürfte weitaus schwieriger werden, als den populäreren Fahrertitel zu holen.
Klien hofft auf "schnelle Entscheidung"
Das Reifenmissgeschick seines Rennstalls ärgerte Christian Klien auch noch am Montag. "Sonst wären sicher Punkte drinnen gewesen. Wir müssen analysieren, was da falsch gelaufen ist. Denn die Ingenieure entscheiden, wann jemand von Intermediates auf Trockenreifen wechselt. Sie kontrollieren das Rennen", erklärte Klien. "Natürlich fragen sie auch mich, wie der Zustand der Strecke ist, doch unser Wechsel war viel zu früh."
(apa)
