Montag, 12. September 2005

Roger Federer holt sich erneut die US-Open: Altstar Andre Agassi macht vorerst weiter!

  • Ami: "Was man macht, Roger hat eine Antwort parat"
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Roger Federer hat in einem mitreißenden Endspiel das Finale der US Open 2005 gegen Andre Agassi und damit seinen sechsten Grand-Slam-Titel gewonnen. In einem lange extrem spannenden Finale siegte der Titelverteidiger aus der Schweiz Sonntagnacht in New York nach 2:20 Stunden mit 6:3,2:6,7:6 (1),6:1 und sicherte sich 1,1 Mio. Dollar Preisgeld. Es war der insgesamt 32. Turniersieg für den Weltranglisten-Ersten Federer.

"Roger ist der Beste, gegen den ich jemals gespielt habe. Er macht Sachen, die andere nicht können", zeigte sich Agassi, der in 20 Jahren seiner Karriere acht Grand-Slam-Turniere - darunter zwei Mal die US Open - gewonnen und dabei Größen wie Pete Sampras, John McEnroe, Jimmy Connors und Boris Becker erlebt hat, als großer Verlierer. "In meiner Generation bin ich der Beste, okay. Aber im Vergleich zu den Rekorden der anderen bin ich noch ein kleines Licht", räumte der 24-jährige Federer ein.

Becker und Stefan Edberg hat Federer aber schon eingeholt. "Es ist fantastisch, mit seinen Idolen gleichzuziehen und genau so viele Grand-Slam-Titel zu haben", lautete sein zufriedener Kommentar. Sampras hat er mit seinen 35 Hartplatzsiegen in Serie sogar schon eine Bestmarke abgejagt. Einen ernsthaften Widerpart für Federer sieht der Grand-Slam-Rekordsieger schon nicht mehr. "Das Einzige, das mit Roger noch konkurrieren kann, sind die Geschichtsbücher", urteilte Sampras, der 2002 in New York im Finale gegen US-Landsmann Agassi seinen 14. und letzten großen Titel geholt hatte und im Jahr danach zurückgetreten war.

Agassi: "Ich will weiter meine Arbeit machen"
Viele der 25.000 Zuschauer im Arthur-Ashe-Stadion hatten das auch von Andre Agassi erwartet. Doch der offenbar in einen Jungbrunnen gefallene 35-Jährige, der im Champions Race auf Platz fünf vorstieß, denkt gar nicht daran aufzuhören: "Ich kann nicht sagen, was in einem Jahr ist. Aber ich will weiter meine Arbeit machen, und das ist Tennisspielen. Das Einzige was besser ist als 20 Jahre (US Open, Anm.) sind 21."

Das Match gegen den elf Jahre jüngeren Federer, das bis zum Tiebreak des dritten Satzes auf des Messers Schneide stand, bewies, dass Agassi so fit ist wie nie. Mit aggressiven Schlägen verwickelte der Altmeister den Eidgenossen trotz dreier vorangegangener Fünfsatz-Partien in ein Hochgeschwindigkeits-Duell. Federer agierte zu defensiv und stand im dritten Satz bei 2:4 und 0:30 sogar am Rande einer Niederlage: "Es gab Momente, da habe ich gedacht: Jetzt ist es vorbei. Und dann habe ich es irgendwie doch geschafft", gestand der Triumphator.

Geschafft hatte er es mit dem Gewinn des Tiebreak, denn danach gab es kaum noch Gegenwehr von Agassi, dessen Frau Steffi Graf mitlitt. "Ich weiß auch nicht, warum ich immer im entscheidenden Augenblick mein bestes Tennis spiele. Es ist, als würde es klick machen", meinte der im 23. Finale in Serie ungeschlagene Federer, der sein zehntes Turnier des Jahres und das insgesamt 32. gewann.

Auf Hartplatz hat der Eidgenosse heuer von 42 Matches nur das eine im Halbfinale der Australian Open gegen Marat Safin verloren und ist mit einer Saisonbilanz von 71:3 so dominant wie zuletzt John McEnroe im Jahr 1984 (82:3).

Federer: "Vielleicht das wichtigste Match meines Lebens"
"Was immer man macht, Roger hat eine Antwort parat", sagte der auch im achten Vergleich in Folge unterlegene Agassi und scherzte: "Er ist der Einzige, gegen den ich schon zufrieden bin, wenn ich den Aufschlag halte." Und er lobte Federer vorbehaltslos: "Damit man Roger schlagen kann, muss etwas Außergewöhnliches passieren. Man muss entweder das beste Tennis seines Lebens spielen, oder er muss außer Form sein."

Auch Federer ließ sich mit Aussagen nicht lumpen. "Dieses Finale war vielleicht das wichtigste Match meines Lebens. Vor diesem Publikum gegen Andre zu spielen, der eine Legende ist, war ganz speziell", sagte der Wimbledon- und US-Open-Sieger 2005.

(apa)

12.9.2005 13:50
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