BZÖ-Wahlkampf in der Straßenbahn: Mit der Bim quer durch Wien nach Oberlaa
- Haider: "Ich bin mir sicher, das derheben wir"
- Überspringen der Fünf-Prozent-Hürde als Ziel
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Mit einer Straßenbahnfahrt quer durch Wien und einer Pressekonferenz in der Kurkonditorei Oberlaa ist das BZÖ am Samstagnachmittag in den Wiener Wahlkampf gestartet. Als Ehrengast fungierte dabei BZÖ-Chef Jög Haider, der sich für den Einzug in den Landtag zuversichtlich zeigte: "Ich bin mir sicher, das derheben wir."
Ganz nach Plan war der Auftakt zunächst nicht gelaufen. Statt einer modernen Niederflur-Garnitur musste das BZÖ mit einer 30 Jahre alten Straßenbahn vorlieb nehmen. Außerdem hatten die Wiener Linien das Anmalen der Tramway in orange verboten. Die Hundertschaft an mitfahrenden BZÖ-Parteifreunden gab sich trotzdem zufrieden, wurde sie doch mit Dosenbier, Schinken-Kren-Gervais-Aufstrichsemmeln und Beatles-Evergreens aus der Konserve versorgt.
Von Stammersdorf quer durch Wien stieg dann einige Parteiprominenz zu, darunter Klubchef Herbert Scheibner, Justizministerin Karin Gastinger und - zumindest für die letzten Meter - auch Haider selbst. Mit dabei waren auch Landesparteichef Günther Barnet und der Listenerste Hans-Jörg Schimanek, der von Haider als "netter Spitzenkandidat, der alles überragt, der ein trainierter Bügerfreund ist" gelobt wurde.
In der anschließenden Pressekonferenz wurde das Überspringen der Fünf-Prozent-Hürde als Wahlziel genannt, doch auch sieben Prozent sei eine "gute Zahl", so Barnet. Als Namen auf den ersten fünf Listenplätzen nannte er Schimanek, sich selbst, die stellvertretenden Klubobfrauen Heike Trammer und Heidrun Schmalenberg sowie einen nicht genannten "Überraschungskandidaten" - wobei Barnet kryptisch andeutete, dass dies eher nicht Ex-FPÖ-Klubchef Peter Westenthaler sein werde.
Haider warf Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S) "Sonnenkönig"-Gehabe vor und beschied, dass er sich im Übrigen nicht von ihm provozieren lassen werde - um ihn dann aber doch zu attackieren. Selbst "wenn in den Schulen Leute abgestochen werden", fühle sich Häupl nicht betroffen, höhnte Haider: "Da ist er nicht zuständig, da ist wahrscheinlich der Bund zuständig." Danach stellte sich der BZÖ-Chef für ein Foto-Shooting für Wahlplakate zur Verfügung.
Schimanek präsentierte das BZÖ als Kontrollpartei und kritisierte die Wiener Stadtverwaltung: "Da stinkt es von oben bis unten." Er sprach von der Freude und der "Selbstbefriedigung", die ihm sein Einsatz im Bürgerservice verschaffe. Von den BZÖ-Anhängern gab es dafür Applaus - bevor sie sich dazu aufmachten, das Pressekonferenz-Buffet ratzekahl aufzuessen.
(apa/red)
