Grüne Kraftprobe bei der Wien-Wahl: Wie Vassilakou ÖVP vom 2. Platz verdrängen will
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Wien-Wahl: Vassilakou
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Test-Wahl Wien: Wie die grüne Frontfrau Maria Vassilakou die ÖVP von Platz 2 verdrängen und damit Kanzler Schüssel stürzen will. Es ist merkwürdig: Im Wahlkampf in Wien sind die Grünen noch überhaupt nicht präsent, und dennoch stehen sie gut da wie nie. Während alle anderen Parteien längst ihre Wahlplakate affichiert haben, startet die kleinste Rathauspartei erst nächste Woche in den Wahlkampf. Schon weil sie sich einen längeren nicht leisten kann.
Macht bisher aber nichts. Während die regierende SPÖ in lichte Höhen der absoluten Mehrheit entschwindet, die freiheitlichen Reste es schon zum Erfolg ausrufen wollen, wenn sie, statt 20,2 Prozent wie beim letzten Mal, wenigstens zehn Prozent erreichen, die abgespaltenen Orangen in Ermangelung einer Alternative den 65-jährigen Hans-Jörg Schimanek zum Spitzenkandidaten erkoren, liefern sich die Grünen ein vorerst virtuelles Match mit der ÖVP um Platz zwei. Freilich lagen die Grünen schon oft in Umfragen gut und am Ende des Wahlabends ernüchternd darunter. Doch gemessen an der Ausgangslage von 12,5 Prozent bei der letzten Wien-Wahl im März 2001, scheint ein Erfolg der Grünen schon jetzt festzustehen.
Vor mehr als einem Jahr bereits wurde Maria Vassilakou zur Spitzenkandidatin erkoren, längst stehen die KandidatInnenlisten fest, daher sind auch die Diskussionen um den "Linksruck" vorbei - während die ÖVP sich in frischen Krämpfen um in Pension geschickte oder neu geholte KandidatInnen windet. Dass Vassilakous Vorgänger Christoph Chorherr, nur auf Platz acht der Liste gereiht, nun einen Vorzugsstimmen- und Weblog-Wahlkampf führt, um zu beweisen, "dass Wahlkampfzeiten nicht zwingend zu Verflachung führen", will er dezidiert nicht als Gegen-Wahlkampf verstanden wissen. Auch er lobt die Klubobfrau ob ihrer Intelligenz, Internationalität, Offenheit, Integrationsfähigkeit - und ihres "Wiener und griechischen Schmähs: Ich unterstütze sie vorbehaltlos."
Rasante Karriere
Die Klubobfrau ist die schillerndste der Spitzenkandidaten: Die 36-Jährige ist die einzige Frau in der Runde und die Einzige, die nicht in Wien geboren wurde. Sie übersiedelte vor fast 20 Jahren zum Studium von Athen nach Wien und machte rasante Karriere bei den Grünen. Sie ist, findet sie, "ein genuines Kind dieser Stadt". Über Probleme der ZuwanderInnen muss ihr niemand etwas erzählen, das war ihr ursprünglicher Politikbereich, "da habe ich mehr Kompetenz als alle politischen Gegner". Es sei, findet sie, "ein irrsinnig schönes Zeugnis für die Weltoffenheit dieser Stadt, dass es jemandem möglich ist, in so kurzer Zeit so weit zu kommen". Auch wenn die FPÖ "ihr" Thema wieder pflegt, Vassilakou findet, dass es in diesem Wahlkampf "vollkommen out ist".
In Zuwanderungsfragen arbeitet sie mit SP-Stadträtin Sonja Wehsely zusammen. Die schätzt ihre "ausgesprochen konstruktive und sachorientierte Politik und Handschlagqualität". Nachsatz: "Das ist meiner Erfahrung nach nicht typisch für die Grünen."
Bürgerliches Potenzial
Nach SPÖ-Daten liegen die Grünen mit 22 zu 18 Prozent vor der ÖVP, OGM hat die ÖVP knapp vorne (18 zu 17). Die Grünen profitieren, meint Bachmayer, von ihrer öffentlichen Zurückhaltung, "was in Zeiten des Politikfrusts eine taugliche Strategie sein kann". Mit der Frau an der Spitze fallen sie auf, und die Zeiten, da sie als Bürgerschreck galten, sind auch vorbei. Bachmayer: "Ihr Wählerpotenzial ist ein bürgerliches, das zum Teil durch Alexander Van der Bellen gewonnen wurde." Sie sind bei Jungen und WählerInnen bis 45 stark, "danach bricht das ab", sagt Bachmayer. Dabei punkten sie mit einem modernen Erscheinungsbild, es geht mehr um Stimmung als um politisches Profil. Wie die SPÖ profitieren sie von einer "Feelgood-Stimmung".
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