Innere Stadt kein "Dauersilvesterpfad": VP-Stenzel will "Anwältin" der Bewohner sein
- Wurde mit 80 Prozent zur Spitzenkandidatin gewählt
- Bei Niederlage bleibt Stenzel im Europaparlament
·Ursula Stenzel tritt bei der Bezirkswahl an
Ex-Moderatorin vor Start ihrer dritten Karriere
Eine "Anwältin" der Bewohner des ersten Wiener Bezirkes möchte die derzeitige EU-Parlamentarierin Ursula Stenzel (59) sein. Sie wurde vom ÖVP-Bezirksparteivorstand in geheimer Wahl mit 80 Prozent zur Bezirksvorsteher-Kandidatin für die Wahl am 23. Oktober gewählt und von Landesparteichef Johannes Hahn offiziell vorgestellt. In die Bezirkspolitik wechseln will Stenzel nur bei einem Sieg.
Mit der Kandidatur Stenzels soll der Bezirk Innere Stadt, eine ehemalige Hochburg der ÖVP und derzeit von VP-Bezirksvorsteher Franz Grundwalt geführt, auch künftig in schwarzer Hand bleiben. Stenzel sei eine "leidenschaftliche City-Bewohnerin" und schärfe mit ihrer '"Weltoffenheit und Internationalität" das "urbane Profil" der ÖVP, sagte Hahn. Stenzel selbst bezeichnete den Bezirk als "Juwel", der Dank seiner kulturellen, architektonischen und touristischen Tradition nicht nur "Visitkarte" Wiens, sondern von ganz Österreich sei.
Bezirk darf kein "Dauersilvesterpfad" werden
Da sie hier wohne, kenne sie die Probleme der Menschen "hautnah", sagte Stenzel. Inhaltlich will sie sich für mehr "Lebensqualität" in der Inneren Stadt einsetzen. Vor allem die Lärmbelästigung sieht sie als Problem an. Der Bezirk dürfe nicht zu einem "Dauersilvesterpfad" werden. Stenzel sprach sich auch für ein zeitliches Begrenzen der Auftritte von Straßensängern und für ein Vorgehen gegen Trickdiebe aus. Dazu solle die so genannte "Stadtpolizei" endlich umgesetzt werden. Für die Bewohner des 1. Bezirkes forderte sie mehr Parkplätze. In den Volksgaragen sollte die Hälfte der Stellplätze begünstigt zur Verfügung gestellt werden, so Stenzel.
Rückkehr nur für Vorsteher-Posten
Sie stellte auch klar, dass sie nur für die Funktion der Bezirksvorsteherin, nicht aber für ein einfaches Bezirksrats-Mandat zur Verfügung stehen würde. Werde die ÖVP nur zweite, dann bleibe sie im EU-Parlament, sagte Stenzel. Freilich gehe sie davon aus, gewählt zu werden, fügte sie hinzu. Hahn zeigte sich mit dieser Vorgangsweise einverstanden.
Auf Fragen, wer ihr auf EU-Ebene als ÖVP-Delegationsleiter folgen könnte, wollte sich Stenzel nicht einlassen. Diese Frage stelle sich derzeit noch nicht, einen Favoriten habe sie jedenfalls nicht. (apa/red)
