"New Orleans wird wieder auferstehen": Bush kündigt Mega-Aufbauprojekt an
- Pläne könnten Regierung 200 Milliarden Dollar kosten
- Stadt soll laut Experten am 2. Oktober trocken sein
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US-Präsident Bush hat für New Orleans und Umgebung eines der größten Wiederaufbauprojekte angekündigt, das die Welt je gesehen habe. "Es ist unmöglich, sich Amerika ohne New Orleans vorzustellen, und diese Stadt wird wieder erstehen", sagte Bush.
Die meisten Kosten, etwa für die Erneuerung der Infrastruktur, werde die Bundesregierung in Washington übernehmen, kündigte der Präsident an. Angesichts der Kritik an der zunächst zögerlichen Reaktion seiner Regierung auf die Katastrophe erklärte Bush, eine detaillierte Katastrophenschutzplanung für Naturkatastrophen, Terroranschläge und Ausbrüche von Krankheiten habe die Priorität von Projekten der nationalen Sicherheit.
Die Arbeit sei in der US-Golfregion bereits begonnen worden und sei "eine der größten Wiederaufbauleistungen, die die Welt je gesehen hat", sagte Bush. Den hunderttausenden aus dem Katastrophengebiet evakuierten Menschen versicherte Bush: "Ihr müsst wissen, dass sich die gesamte Nation um euch kümmert - auf der vor euch liegenden Reise seid ihr nicht allein."
Zu den Versprechen Bushs gehört, dass die Regierung den Großteil der Kosten für den Wiederaufbau der schwer zerstören Infrastruktur in den Bundesstaaten Louisiana, Mississippi und Alabama tragen wolle. Es werde alles getan, damit die Betroffenen ihre Städte wieder aufbauen und zu ihrem normalen Leben zurückkehren könnten, sagte Bush weiter. Alle Zweifler sollten wissen, dass die Vereinigten Staaten ohne New Orleans nicht vorstellbar seien.
US-Parlamentarier gehen davon aus, dass der Wiederaufbau 200 Milliarden Dollar kosten könne; mehr als der Krieg im Irak. Schnellstmöglich sollen alle Obdachlosen wieder ein eigenes Dach über dem Kopf bekommen. "Unser Ziel ist es, die Leute aus den Notunterkünften bis Mitte Oktober herauszubekommen", sagte Bush.
New Orleans soll bis 2. Oktober trocken sein
New Orleans könnte schneller wieder trocken sein als bisher angenommen. Bereits bis zum 2. Oktober könnte das Wasser aus dem Zentrum und dem historischen Französischen Viertel der nach dem Hurrikan "Katrina" überschwemmten Stadt abgepumpt sein, sagte der Leiter des Ingenieurskorps der US-Armee, Generalleutnant Carl Strock, am Donnerstag in Washington.
Andere Stadtteile würden voraussichtlich schon vorher trockengelegt sein. Als Grund nannte Strock, dass 20 Prozent der Pumpstationen in der Stadt wieder in Betrieb seien. Außerdem liefe an einigen Stellen das Wasser wegen entsprechender Maßnahmen der Einsatzkräfte schneller in den Pontchartrain-See ab. US-Behörden waren zuvor davon ausgegangen, dass New Orleans erst bis zum 8. Oktober von den Wassermassen befreit sein werde.
Ab Samstag sollen Geschäftsleute in die Stadt zurückkehren können, wie Bürgermeister Ray Nagin in New Orleans ankündigte. Mit dem Wochenende werde die Stadt wieder "anfangen zu atmen", sagte er bei einer Pressekonferenz. "Wir werden Leben haben. Wir werden Handel haben." Vor allem Krankenhäuser und Lebensmittelgeschäfte sollten ihren Betrieb wieder aufnehmen. Ab Montag dürften auch Bewohner schrittweise in die Stadt zurückkehren. Sie müssten aber nachweisen, dass sie in einem Teil der Stadt eine Wohnung oder ein Geschäft besäßen. Zuvor hatte Nagin dem Sender CNN gesagt, in den kommenden ein bis zwei Wochen könnten rund 180.000 Menschen nach New Orleans zurückkehren.
(apa/red)
