Deutschland wählt neuen Bundestag: Wahl-Beteiligung um 0,9% niedriger als 2002!
- "Rote" Bundesländer: Mehr Wähler gehen zur Urne
- Dafür: Wählerschwund im "schwarzen" Bayern
Hohe Wahlbeteiligung in "roten", niedrige in "schwarzen" Bundesländern: Die Beteiligung an der deutschen Bundestagswahl war bis 14.00 Uhr um 0,9 Prozentpunkte geringer als bei dem Urnengang vor drei Jahren. Das teilte Bundeswahlleiter Johann Hahlen am Sonntag in Berlin mit. 2002 waren bis zum frühen Nachmittag 42,8 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen gegangen. Diesmal machten 41,9 Prozent von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Dies sei das Ergebnis einer für ganz Deutschland repräsentativen Stichprobe zur Wahlbeteiligung.
Anders als im "schwarzen" Bayern hat sich in anderen deutschen Bundesländern am Sonntag eine hohe Beteiligung an der Bundestagswahl ab. Wie "Spiegel Online" berichtet, zeichnete sich im bisherigen "roten" Kernland und bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen zu Mittag eine höhere Wahlbeteiligung als bei der Bundestagswahl 2002 ab. In ausgewählten Stimmbezirken hätten rund 40 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, teilte die Landeswahlleiterin mit. In der Landeshauptstadt Düsseldorf erreichte sie knapp 50 Prozent.
Ein höheres Interesse als 2002 meldeten auch Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz. In Baden-Württemberg und Sachsen lag die Wahlbeteiligung ebenso hoch oder leicht höher als vor drei Jahren. Die Landeswahlleitung in Berlin rechnete mit einer höheren Beteiligung, ebenso Mecklenburg-Vorpommern. Niedriger war die Beteiligung zu Mittag außer in Bayern auch in Hamburg und Hessen. Wahldemoskopen rechnen mit einer insgesamt stärkeren Beteiligung als bei der Abstimmung vor drei Jahren.
Niedrigere Beteiligung in Bayern
Nach einem ohnehin schon zögerlichen Auftakt hat sich die Beteiligung an der Bundestagswahl in Bayern noch bis in die Mittagsstunden meist schleppend entwickelt. Der verhaltene Wählerstrom an die Urnen erbrachte nach einer dpa-Umfrage in sechs Städten lediglich Beteiligungen, die um durchwegs vier bis fünf Prozentpunkte hinter denen von 2002 zurückblieben. Die höchsten Mittagsquoten erzielten Regensburg und München mit rund 40 Prozent einschließlich Briefwahlanträge. Die anderen Städte lagen teils noch deutlich dahinter zurück.
Die Wahlbeteiligung war 2002 mit 81,5 Prozent erstmals seit den 80er Jahren in Bayern wieder über 80 Prozent gelegen. Damals war der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) als Kanzlerkandidat der Unionsparteien ins Rennen gegangen und hatte ein Rekordergebnis für die CSU erreicht. Die Umfragen sagen heuer auf Bundesebene ein knappes Rennen zwischen den beiden großen Lagern und eine höhere Wahlbeteiligung voraus. (apa/red)
