Samstag, 17. September 2005

Neue Welle der Gewalt vor Wahlen in Afghanistan: Mindestens zehn Todesopfer

  • Taliban-Kämpfer wollten großen Damm sprengen
  • Weitere Anschläge am Wahltag befürchtet

Am Tag vor der ersten Parlamentswahl seit 36 Jahren hat neue Gewalt in Afghanistan mindestens zehn Menschen das Leben gekostet. Taliban-Kämpfer hätten in der Hauptstadt Kabul drei Polizisten getötet, teilte das Innenministerium am Samstag mit.

Die Nachrichtenagentur Pajhwok meldete unter Berufung auf afghanische Sicherheitskräfte, bei Zusammenstößen in der südafghanischen Provinz Sabul seien mindestens sieben, nach anderen Angaben neun, radikalislamische Rebellen getötet worden. Afghanische Soldaten und US-Truppen nahmen in Unruhegebieten in Süd- und Südostafghanistan mindestens 33 mutmaßliche Taliban-Kämpfer gefangen.

In der Provinz Helmand sei damit die von Rebellen geplante Sprengung eines großen Damms vereitelt worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die US-Streitkräfte teilten mit, bei Operationen in mehreren Südostprovinzen seien sieben Sprengsätze unschädlich gemacht und Waffen sichergestellt worden.

Der US-Kommandant in Afghanistan, Karl Eikenberry, sagte, angesichts der fragilen Sicherheitslage befürchte er weitere Anschläge am Wahltag. Dagegen sagte der Sprecher der Ende 2001 gestürzten Taliban, Mufti Latifullah Hakimi: "Wir versuchen zu vermeiden, Zivilisten während der Wahl anzugreifen." Hauptziel von Anschlägen seien die US-Truppen und Soldaten der neuen afghanischen Nationalarmee.

Der afghanische Präsident Karzai und der UNO-Sondergesandte Arnault zeigten sich trotz der Gewalt optimistisch, dass die Rebellen die Wahl nicht würden verhindern können.

(apa)

17.9.2005 17:22