Donnerstag, 15. September 2005

Im dänischen Parlament geht es heiß her: Sex-Chats sind eine beliebte Beschäftigung

  • Freier Internetzugang soll nicht beschränkt werden
  • Verfahren gegen ehemaligen Abgeordneten läuft

Auf dänischen Parlaments-Computern wird kräftig über Sex gechattet. Das enthüllte die Kopenhagener Staatsanwaltschaft in dieser Woche bei einem Verfahren gegen den ehemaligen Abgeordneten Flemming Oppenfeldt wegen Sex mit minderjährigen Burschen. Wie die Zeitung "Jyllands-Posten" berichtete, legte der Ankläger die Abschrift von 1110 Seiten mit sexuellen Inhalten vor, die Techniker bei der Kontrolle aller PC im Parlamentsgebäude Christiansborg gefunden hatten.

Oppenfeldt hatte vom Abgeordnetenbüro aus mit sehr jungen Partnern in entsprechenden Internet-Foren Kontakt aufgenommen. Neben seinen Chats "45 til ung" ("45 an Junge") fanden die Techniker 137 verschiedene Pseudonyme wie "Sadotrans", "Lumpiger Stallsklave" oder "Strafe mich", mit denen Abgeordnete oder Angestellte des Folketing sich an Sex-Chats im Internet beteiligten. Parlamentspräsident Christian Mejdahl (65) von der bäuerlich-liberalen Partei "Venstre" lehnte technische Sperren zur Verhinderung solcher Aktivitäten ab: "Es wäre im Widerspruch zum Geist des Folketing, wenn wir den Zugang zum Internet begrenzen würden." (apa)

15.9.2005 15:15