Donnerstag, 15. September 2005

Kritische Situation am Rande von Gaza: Palästinenser passieren ungehindert Grenze

  • Lage an Grenze zu Ägypten nicht unter Kontrolle
  • Explosionen rissen Löcher in Betonabsperrungen

Ungeachtet israelischer Warnungen haben palästinensische Sicherheitskräfte die Lage an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten noch nicht unter Kontrolle gebracht. Obwohl die Grenze offiziell geschlossen ist, gelangten etwa 30 Palästinenser durch eine Bresche in der Grenzbefestigung nach Ägypten.

Ein AFP-Reporter selbst überquerte die Grenze ungehindert und kehrte nach einigen Minuten wieder auf palästinensisches Territorium zurück. Die palästinensische Grenzpolizisten bereiteten unterdessen an ihrem in Sichtweite gelegenen Posten Tee zu. Sie hatten erst am Morgen Stellung bezogen, um die chaotische Lage an der Grenze unter Kontrolle zu bringen.

Einer Vereinbarung mit Israel zufolge sind palästinensische und ägyptische Sicherheitsbeamte für die Überwachung der Grenze zuständig. Eine Sprengstoffexplosion hatte ein Loch in die Betonabsperrung an der Grenze gerissen, in der Nacht sprengten Unbekannte ein zweites Loch hinein. Viele Palästinenser passierten die Grenze durch diese Durchlässe. Seit dem Abzug der letzten israelischen Soldaten aus dem Gazastreifen am Montag überquerten tausende Menschen die Grenze. Israels Verteidigungsminister Shaul Mofaz hatte am Mittwoch die Palästinenser aufgefordert, an der Grenze für Ordnung zu sorgen. Die "Infiltration von Palästinensern" über die Grenze sei ein "potenzielles Sicherheitsrisiko". (apa)

15.9.2005 10:49