Mittwoch, 14. September 2005

Brennende Synagogen: Ariel Sharon verlangt Stopp des "Chaos" im Gazastreifen

  • Siedlungsbau im Westjordanland geht weiter
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Nach dem Abzug Israels aus dem Gaza-Streifen hat der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon die palästinensische Autonomiebehörde aufgefordert, das dort ausgebrochene "Chaos" zu stoppen. "Ich hoffe, die Palästinener verstehen, dass sie die Dinge unter Kontrolle bringen müssen", sagte Sharon. Tausende Palästinenser hatten die geräumten Siedlungen gestürmt, dort leer stehende Synagogen angezündet und die Grenze nach Ägypten überschritten. Währenddessen haben israelische Soldaten einen palästinensischen Jugendlichen im Westjordanland erschossen.

Sharon bekräftigte, dass Israel trotz des Rückzugs aus dem Gaza-Streifen den Bau von Siedlungen im Westjordanland weiter betreiben werde, wo derzeit 246.000 jüdische Siedler unter rund zwei Millionen Palästinensern leben. Auf die Frage, wie viel auf der West Bank gebaut werde, sagte Sharon: "So viel wie notwendig." Zugleich versicherte er, er werde den Friedensplan der USA, UNO und der EU, die so genannte Road Map, umsetzen. Darin wird Israel aber ausdrücklich dazu verpflichtet, den Ausbau von Siedlungen zu stoppen.

Jugendlicher erschossen
Israelische Soldaten haben nördlich von Hebron im Westjordanland einen 19 Jahre alten Palästinenser erschossen. Sechs weitere Palästinenser wurden nach Angaben palästinensischer Ärzte verletzt. Wie es hieß, hatten die jungen Männer eine Einheit der israelischen Armee mit Steinen und Flaschen beworfen. Daraufhin hätten die Soldaten das Feuer mit Gummigeschoßen und scharfer Munition eröffnet.

Der 19-Jährige sei dabei am Bauch getroffen und so schwer verletzt worden, dass er wenig später im Krankenhaus verstarb, teilten die Ärzte mit. (apa/red)

14.9.2005 07:43