Montag, 12. September 2005

"Wir werden nicht wanken": Bush sichert Talabani unerschütterliche Unterstützung zu

  • Irakischer Präsident zu Besuch in Washington
  • Zeitplan für Abzug der US-Truppen abgelehnt

US-Präsident Bush hat dem Irak die unerschütterliche Unterstützung seiner Regierung zugesichert. "Ich gelobe, dass wir nicht wanken werden, und ich begrüße Ihr gleichlautendes Gelöbnis", sagte Bush am Dienstag bei einem Besuch des irakischen Präsidenten Jalal Talabani im Weißen Haus. "Der Irak wird seinen Platz unter den Demokratien der Welt einnehmen."

Talabani erklärte, er hoffe, dass die irakischen Streitkräfte und Polizisten bis Ende kommenden Jahres die Verantwortung für die Sicherheit im Land übernehmen könnten. Einen Zeitplan für den Abzug der US-geführten Koalitionstruppen aus dem Irak lehnte er gleichwohl ab.

"Ein Zeitplan würde den Terroristen helfen", sagte der irakische Präsident. "Wir hoffen natürlich, dass die amerikanischen Truppen sobald wie möglich stolz nach Hause zurückkehren können." Auch Bush, der sich wegen des Irak-Einsatzes zunehmender innenpolitischer Kritik ausgesetzt sieht, betonte, langfristig würden die US-Truppen die Verantwortung an einheimische Sicherheitskräfte abgeben.

Zudem warf Bush Syrien erneut vor, nicht entschlossen genug gegen das Eindringen von Kämpfern in das Nachbarland Irak vorzugehen. Wenn die syrische Regierung ihre Haltung nicht ändere, drohe ihr die internationale Isolation.

Der US-Präsident stellt auch erneut eine Verbindung zwischen dem Irak und den Anschlägen vom 11. September her. "Die Mörder im Irak folgen der selben Ideologie wie jene, die vor vier Jahren die USA angegriffen haben." Die Aufständischen strebten im Irak eine Gesellschaftsform wie in Afghanistan unter den Taliban an, sagte Bush. Das Weiße Haus hatte vor dem Irak-Krieg mehrfach von einer Verbindung zwischen dem Regime des gestürzten Diktators Saddam Hussein und Al-Kaida-Terroristen gesprochen.(apa/red)

12.9.2005 22:14