Steirische Hochburgen bleiben gleich: Rote Industriestädte, schwarze Land-Kommunen
- ÖVP ist vor allem in der Oststeiermark sehr stark
- Sozialdemokraten stützen sich auf Obersteiermark
·Infografik: Steirische Parteien-Hochburgen
ÖVP im Osten stark, SPÖ setzt auf Obersteiermark
Geht es nach Umfragen und nach dem Trend bei der steirischen Gemeinderatswahl im März 2005, dürften sowohl ÖVP als auch die SPÖ ihre Hochburgen am 2. Oktober halten bzw. ausbauen: In den ländlichen Räumen der Ost- und Obersteiermark dominierte bisher die Volkspartei, die Städte der alten Industrieregion Mur-Mürz-Furche sind sozialdemokratisch. Die Grünen sind in den Städten recht stark, wo im März auch die KPÖ auftrumpfen konnte, die FPÖ hat ihre Bastionen in den vergangenen beiden Urnengängen verloren.
Bei der Landtagswahl am 15. Oktober 2000 hatten die Sozialdemokraten ihre Hochburgen im steirischen Industriegebiet zwar mit Verlusten, aber doch klar halten können: In Leoben und Bruck an der Mur erreichten sie über 50 Prozent, in Kapfenberg knapp 60 Prozent. Bei der Gemeinderatswahl im März legten sie hingegen wieder kräftig zu.
Wahlsieger in den Industriestädten war beim schon legendären Wahlsieg Mitte Oktober 2000 allerdings auch die Volkspartei: Die ÖVP lag bei der Landtagswahl in den industrieorientierten Städten der Obersteiermark zwischen 20 und 30 Prozent. Bei der GR-Wahl gab es - bei einem landesweiten Minus - in Städten wie Bruck leichte Zuwächse für die ÖVP, zumeist auf Kosten der FPÖ.
ÖVP in Oststeiermark stark
So genannte "100-Prozent-Gemeinden" hat die Volkspartei vor allem in den kleinen oststeirischen, ländlich geprägten Kommunen. Schon bei den Kommunalwahlen im März dürften aber Landesthemen wie EStAG-Skandal und geplatztes Spielberg-Projekt oder der VA Tech-Verkauf und der Semmeringbasistunnel eine starke Rolle gespielt haben. Bemerkenswert: In der Gesamtzahl der Stimmen kam die SPÖ bei den Gemeinderatswahlen ganz knapp an die ÖVP heran.
Die FPÖ verlor schon bei der Landtagswahl 2000 nahezu überall kräftig. Nur in einigen Gemeinden mit starken Bürgermeistern wie in Öblarn zeigen die Freiheitlichen bei der Gemeinderatswahl 2005 noch Flagge. (Mittlerweile ist Bürgermeister Anton Knerzl zum BZÖ gewechselt, Anm.)
Grüne Hochburgen: Fürstenfeld und Gleisdorf
Die Grünen steigerten ihre politischen Erfolge in Kommunen und im Landtag seit Jahren eher schritt- als schubweise: Ihre Hochburgen haben sie in einigen oststeirischen Städten wie Fürstenfeld und Gleisdorf.
Graz ist ein Sonderfall: Es ist zwar traditionell ein gutes Pflaster für die Grünen, mittlerweile hat aber die KPÖ die Rolle als dritte Kraft übernommen. Bei der letzten Grazer Gemeinderatswahl im Jänner 2003 setzte sich die ÖVP an die Spitze und brach die langjährige SPÖ-Dominanz. Auch am 2. Oktober wird die Wechselwähler-Hochburg Graz eine entscheidende Rolle spielen. (apa)
