Protektion in der Steiermark? Klasnic bestätigt Interventionen für Hirschmann
- LH fragte bei Politikern und Unternehmen nach
- Van Staa bemühte sich für ihn um Tiwag-Aufträge
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Der steirische Landeshauptmann Waltraud Klasnic (V) hat gegenüber einer österreichischen Tageszeitung bestätigt, dass sie für den Ex-ÖVP-Landesrat und jetzigen Listenführer Gerhard Hirschmann bei Politikern und großen Unternehmen interveniert hat. Sie betonte aber, dass sich das alles in den ersten Monaten des Jahres 2004 abgespielt habe und nicht mit der Landtagswahl in Zusammenhang stehe. "Damals war von einer Kandidatur keine Rede. Ich habe mir nichts vorzuwerfen", so Klasnic.
Einer der Politiker, den Klasnic angerufen hat, war der Tiroler Landeshauptmann Herwig van Staa (V), wie dieser gegenüber der "Presse" berichtete. Klasnic habe gefragt, ob man für Hirschmann "etwas organisieren" könne. Daraufhin habe er den Chef des Tiroler Energiekonzerns Tiwag, Bruno Wallnöfer, ersucht, Hirschmann bei der nächsten Werbekampagne als Auftragnehmer zu berücksichtigen. Als Hirschmann bekannt gab, bei der Wahl anzutreten, habe er, van Staa, "das sofort gestoppt".
Insgesamt hat Klasnic, wie sie selbst sagt, "zwölf oder 15 Leute gefragt, ob sie Aufträge für ihn (Hirschmann, Anm.) haben". Mit dabei waren etwa der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (V) und VP-Politiker aus Bundesregierung und Parlamentsklub. Auch das schon bekannte Gespräch mit Magna-Chef Frank Stronach sei "in diesem Licht zu sehen". Die Gesprächspartner hätten stets zugesagt, "dass sie mit Hirschmann reden werden", so Klasnic.
Hirschmann: Firma erst im November 2004 gegründet
Listenführer Gerhard Hirschmann zeigte sich Montagabend erfreut darüber, dass die steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic Interventionen zu seinen Gunsten bestätigt hat. Er verwies allerdings darauf, dass seine Firma erst im November 2004 gegründet worden sei. Klasnic hatte erklärt, ihre Interventionen hätten nichts mit der Landtagswahl zu tun gehabt und seien bereits in den ersten Monaten 2004 erfolgt.
Für Hirschmann bestätigen "die Worte der Frau Landeshauptmann, dass es einigen Mächtigen in der Steiermark von Anfang an sehr wichtig war, Gerhard Hirschmann nicht nur von der Politik, sondern auch von seiner Heimat Steiermark fern zu halten"; damit würden sich "erfreulicherweise langsam aber sicher" die Nebel lichten. Und nach dem Hinweis auf die zeitliche Differenz zwischen Klasnics Angaben zum Zeitpunkt ihrer Interventionen und der Gründung seiner Firma stellt er in der Aussendung fest: "Die Aussagen der Frau Landeshauptmann bedürfen keiner weiteren Interpretation mehr."(apa/red)
