Freitag, 16. September 2005

Burgenland-Wahl: Tschürtz von der FPÖ: "Wir wollen wieder Vertrauen gewinnen"

  • Die SPÖ-Absolute steht für ihn "ohne Zweifel fest"
  • Drittes Mandat laut Krojer für Grüne "ganz wichtig"

Die Freiheitlichen wollen wieder Vertrauen gewinnen, das sei das Ziel für die kommende Landtagswahl am 9. Oktober, sagte der burgenländische FPÖ-Chef Johann Tschürtz am Donnerstag Abend im ORF Burgenland-Interview. Auf Prozente oder Mandate für seine Partei wolle er sich nicht festlegen. Dass LH Hans Niessl (S) die Absolute Mehrheit bekomme, "das steht einmal ohne Zweifel fest", meinte Tschürtz. Daher werde es wichtig sein, eine starke Kontrollpartei zu haben.

Die FPÖ habe durch die aufgekommene Dynamik aufgeholt, "wir haben wieder das Vertrauen der Bevölkerung bekommen", meinte Tschürtz. Bei der Wahl gehe es seiner Ansicht nach "wirklich nicht um Prozente", sondern darum, dass die Freiheitlichen - etwa in der Aslyfrage - "die einzigen sind, die die Wahrheit sagen und Klartext sprechen".

Zur Position seiner Partei beim Bank Burgenland-Verkauf - die FPÖ hatte das Kovats-Angebot zunächst als "Top" bezeichnet, später verlangte man eine Rechnungshofprüfung - sagte Tschürtz, die Geradlinigkeit sei darin ganz genau erkennbar: "Wir haben immer gesagt, der Bestbieter soll diese Bank bekommen." ÖVP und Grüne hätten, ohne einen Vertrag zu sehen, "nein" gesagt.

Als die Verträge dann noch immer nicht auf den Tisch gekommen seien, habe man eine Rechnungshofprüfung gefordert. Das sei "der fairste, geradlinigste Weg von allen Parteien". Auf die Frage, ob er sich den früheren Parteiobmann Wolfgang Rauter wieder in den Landtag zurückwünsche, meinte der FPÖ-Obmann: "Jeder weiß, wer den Bank Burgenland-Skandal aufgedeckt hat", er sei "auch froh, einen Berater zu haben wie Wolfgang Rauter".

"Da nehme ich gerne in Kauf, dass ich die A3 blockiere"
Mit der am Wochenende vor der Landtagswahl geplanten Demonstration auf der Südostautobahn wolle man gegen die hohen Belastungen für Autofahrer protestieren, "da nehme ich gerne in Kauf, dass ich die A3 blockiere gemeinsam mit meinen Kollegen". Die Bevölkerung solle sehen, wie sehr die Autofahrer belastet seien.

Als Rezept gegen die Jugendarbeitslosigkeit nannte der FPÖ-Chef eine Förderung für Betriebe, die Lehrlinge ausbilden: Der Lehrherr solle den Lehrling im ersten Ausbildungsjahr völlig kostenlos bekommen, im zweiten und dritten Jahr sollten die Kosten zu je 50 Prozent ersetzt werden. Finanziell einspringen solle dabei das Land.

Auch die Frage, ob die FPÖ den Landeshauptmann diesmal mitwählen würde, ließ Tschürtz offen: Zuerst gehörten die Kontrollrechte gestärkt, die Genossenschaften müssten vom Rechnungshof überprüft werden, in der Ausländer- und Asylfrage müsse sich einiges bewegen, "und dann kann man weitersehen, wen man dann unterstützt."

(apa/red)

16.9.2005 20:54