Freitag, 16. September 2005

Hochburgen der Parteien: SPÖ in sechs von sieben Wahlbezirken vorne, ÖVP in Güssing

  • Freiheitliche am schlechtesten im Mittelburgenland
  • PLUS: Infografik - Die Parteien im Burgenland

Das Burgenland ist traditionell sozialdemokratisch regiert. Bei der letzten Landtagswahl am 3. Dezember 2000 hatte die SPÖ in sechs der sieben Wahlkreise die Nase vorn: Die Sozialdemokraten erreichten in allen Bezirken mit Ausnahme von Güssing - hier lag die ÖVP vorne - die meisten Stimmen. Am stärksten schnitt die SPÖ mit knapp 50 Prozent (49,93) im Bezirk Mattersburg ab.

Die Volkspartei entschied das Rennen im Bezirk Güssing mit 44,51 Prozent für sich. Die Freiheitlichen erzielten in Neusiedl am See mit 14,77 Prozent ihr stärkstes Bezirksergebnis. Die Grünen konnten im Wahlkreis Eisenstadt mit 7,90 Prozent ihr landesweit bestes Resultat einfahren.

SPÖ: In fünf Gemeinden über 70 Prozent
Die SPÖ übertraf bei dem Urnengang im Jahr 2000 in fünf Gemeinden die 70 Prozent-Marke: Am deutlichsten fiel das Ergebnis mit 76,6 Prozent in Burgenlands kleinster Gemeinde Tschanigraben aus. Den stärksten Zugewinn verbuchte man mit 15,14 Prozentpunkten in Frauenkirchen, der Heimatgemeinde von Spitzenkandidat Hans Niessl und mit 70,52 Prozent Stimmenanteil Nummer fünf auf der Liste der SPÖ-Hochburgen. Den geringsten Wähleranteil erreichten die Sozialdemokraten in Strem mit 20,28 Prozent, das deutlichste Minus mit 8,95 Prozentpunkten gab es in Stotzing.

ÖVP top im Südburgenland
Die ÖVP konnte in fünf Gemeinden mehr als 60 Prozent der Wähler auf sich vereinen: Das beste Ergebnis erreichte die Volkspartei mit 65,6 Prozent in Bildein im Südburgenland, knapp gefolgt von Eberau. Den größten Stimmenzuwachs gab es mit 8,37 Prozentpunkten in Deutsch Kaltenbrunn. Am Ende der Skala findet sich bei der ÖVP Hirm mit 9,39 Prozent Stimmenanteil. Der größte Verlust wurde mit 12,47 Prozent in Apetlon im Seewinkel eingefahren.

Freiheitliche Hochburg: Halbturn
Hochburg der Freiheitlichen war bei der vergangenen Landtagswahl Halbturn: In der die Heimatgemeinde von Spitzenkandidat Stefan Salzl - damals auch noch Ortschef - verbuchte die FPÖ mit 8,06 Prozentpunkten den nach Badersdorf (+8,39) zweitstärksten Zuwachs und erreichte 33,87 Prozent. Am schwächsten fiel das Resultat für die Blauen mit 3,3 Prozent in Unterrabnitz-Schwendgraben im Mittelburgenland aus. Den kräftigsten Aderlass musste die FPÖ mit minus 9,73 Prozentpunkten in Rust hinnehmen.

Grüne: Fast 18 Prozent in Wulkaprodersdorf
Die Grünen, die 1996 den Einzug in den Landtag noch deutlich verfehlt hatten, erzielten bei der Wahl 2000 in Wulkaprodersdorf, der Heimatgemeinde von Spitzenkandidatin Grete Krojer, mit 17,79 Prozent ihr bestes Ergebnis. Mit 8,34 Prozentpunkten legten sie dort auch am kräftigsten zu. Ebenfalls zweistellige Resultate fuhr die Partei in Bad Sauerbrunn und der Landeshauptstadt Eisenstadt ein. In Tschanigraben und Heugraben gab es für die Grünen Nullnummern. Den mit 0,6 Prozentpunkten stärksten Verlust - insgesamt gab es nur in vier Orten ein Minus - verzeichnete die jüngste Landtagspartei im nordburgenländischen Kittsee. (apa/red)

16.9.2005 13:02