Anlaufschwierigkeiten: Vor allem in Wien klagen Ärzte weiter über E-Card-Probleme
- Systemabstürze, falscher Versicherungsstatus, etc.
- Weniger Schwierigkeiten in anderen Bundesländern
·Ecard: Hauptverband
weist Kritik zurück
Laminger: "Ärzte sind schuld an Verzögerungen"
Über 5 Millionen Österreicher haben die E-Card, bei der Hälfte der 11.700 Vertragsärzte ist das System installiert. Schwierigkeiten werden vor allem aus Wien gemeldet, die Hotline der Wiener Ärztekammer läuft heiß. Mehr als 1.000 Beschwerden seien bereits eingegangen, heißt es. Beklagt werden Systemabstürze, falsch angezeigter Versicherungsstatus oder mangelnde Unterstützung bei diversen Hotlines.
Weniger Schwierigkeiten werden dagegen aus anderen Bundesländern berichtet. Es dürfte ein Wiener Problem sein, glaubt auch Volker Schörghofer, zuständiger Projektmanager im Hauptverband der Sozialversicherungsträger. Denn durch die Anrufe bei der Serviceline merke man an sich keine großen Schwierigkeiten.
Durchschnittlich gebe es 170 Anfragen pro Tag von Ärzten. Zwei Drittel davon könnten sofort gelöst werden, rund ein Drittel bzw. 47 davon müssten weitergegeben werden. Bei 4.373 aktiven Ärzten pro Tag gebe es also nur bei 1,1 Prozent ein wirkliches Problem, rechnet Schörghofer vor.
Wieso gerade in Wien gehäuft von Beschwerden berichtet wird, führt Schörghofer u.a. auf die geringe EDV-Durchdringung zurück. 40 Prozent der Ärzte in der Bundeshauptstadt hätten bisher keine EDV gehabt. Die E-Card sei für sie Anlass gewesen, dies nachzuholen. Der Lernbedarf sei dann natürlich höher als in den Bundesländern. Und: "In Wien ist der Herbst sehr heiß". Denn da stünden die Honorarverhandlungen an.
In anderen Bundesländern wird jedenfalls von weitaus weniger Problemen berichtet. In Salzburg etwa gibt es laut dortiger Ärztekammer keinen großen Unmut über die E-Card. "Im Grunde genommen funktioniert es", heißt es aus der Ärztekammer Niederösterreich. Auch in der Steiermark wird nicht von gehäuften Problemen berichtet. Und in Vorarlberg funktioniert das System überhaupt "tadellos", berichtet der Kurienobmann der Niedergelassenen Ärzte, Michael Jonas.
(apa)
