Sonntag, 18. September 2005

Ludwig Schwarz ins Amt eingeführt: Neuer Linzer Bischof für "Versöhnung und Frieden"

  • Will "soziales Charisma" in Diözese weiterleben lassen

Der neue Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz, der am Sonntag in sein Amt eingeführt worden ist, sieht sich als "Mann der Mitte". Der 65-Jährige ist "ein Bischof, der für Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden eintritt", so Kathpress. Tatsächlich sind seine Schwerpunkte im Rahmen der Bischofskonferenz Mission und Entwicklungszusammenarbeit sowie "Iustitia et Pax" (Gerechtigkeit und Frieden).

Schwarz, der am 25. November 2001 zum Weihbischof der Erzdiözese Wien geweiht wurde, ist weiters auch Vorsitzender der bischöflichen "Koordinierungsstelle für internationale Entwicklung und Mission" (KOO). Der Einsatz für mehr weltweite Gerechtigkeit ist Schwarz ein großes Anliegen. Ebenso die Versöhnung zwischen den deutschsprachigen Vertriebenen aus der einstigen Tschechoslowakei und den Tschechen und Slowaken von heute.

Am 4. Juni 1940 als erstes von neun Kindern in Preßburg (Bratislava) geboren, wuchs Schwarz die ersten fünf Jahre in Bruck an der Donau (Most pri Bratislave) auf. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden alle deutschsprachigen Bewohner von Bruck vertrieben. Nach der zeitweiligen Internierung in einem Lager bei Preßburg kam die Familie Schwarz im Herbst 1945 nach Wien. Hier besuchte Schwarz die Volksschule und die Unterstufe des Gymnasiums, ehe er mit 14 Jahren ins Aufbaugymnasium der Salesianer Don Boscos in Unterwaltersdorf (Niederösterreich) wechselte. Dort entschied er sich schon 1956 für den Ordens-Eintritt, absolvierte sein Noviziatsjahr in Oberösterreich und maturierte 1959.

Im Anschluss studierte Schwarz Philosophie an der ordenseigenen Ausbildungsstätte in Unterwaltersdorf und Theologie am Priesterseminar in Klagenfurt und an der Theologischen Hochschule in Benediktbeuern, wo er 1964 zum Priester geweiht wurde. Darüber hinaus absolvierte er das Studium der klassischen Philologie (Latein, Griechisch, alte Geschichte) und der Archäologie an der Universität Wien, wo er 1971 zum Doktor der Philosophie promovierte.

Im Jahr 1969 wurde Schwarz Rektor des Interdiözesanen Seminars für spätberufene Priesteramtskandidaten in Horn ("Canisiusheim") und Provinz-Vikar der österreichischen Salesianerprovinz, im Jahr 1978 wurde er Provinzial der Ordensprovinz mit Sitz in Wien. 1984 erfolgte seine Berufung an die Päpstliche Salesianeruniversität in Rom, wo er auch Direktor des kirchlichen Konviktes "Don Bosco" und ab 1993 Provinzial der römischen Provinz der Salesianer Don Boscos wurde. Von 1985 bis 1999 lehrte Schwarz in Rom klassische und christliche Philologie.

Im Februar 1999 wurde er zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich ("Missio"-Austria) ernannt. Diese Aufgabe übte er bis Februar 2005 aus. Zu seinen weiteren vielfältigen Funktionen zählt u.a. auch der Vorsitz der österreichischen kirchlichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden ("Iustitia et Pax"). Am 15. Oktober 2001 wurde Schwarz von Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Simidicca in Tunesien und zum Weihbischof für Wien ernannt. Am 25. November 2001 wurde er von Kardinal Christoph Schönborn im Wiener Stephansdom zum Bischof geweiht.

Schwarz hatte im Vorfeld seiner Amtseinführung in Linz mehrfach betont, dass er im Sinne von Bischof Aichern weiterwirken wolle. So müsse etwa das "soziale Charisma", wie es dieser verkörpert habe, in der Diözese weiterleben und weiterwirken. Bereits bei seiner offiziellen Vorstellung Anfang Juli hatte Schwarz, der vor wenigen Tagen in die oberösterreichische Landeshauptstadt übersiedelte, erklärt, dass er sich an seiner neuen Wirkungsstätte "beheimatet" fühle. (apa)

18.9.2005 09:02