Freitag, 16. September 2005

Nach Fund von drei Babyleichen in Graz: Kindesvater der Säuglinge wurde enthaftet

  • Oberlandesgericht entsprach Beschwerde des Anwalts
  • Verdächtigte Mutter bleibt in Untersuchungshaft

Jener Mann, der Anfang Juni im Zusammenhang mit dem Fund von drei Babyleichen in Graz wegen des Verdachts der Beitragstäterschaft in Untersuchungshaft genommen wurde, ist auf freien Fuß gesetzt worden. Wie das Oberlandesgericht Graz einen Bericht der "Kleinen Zeitung" bestätigte, war die Freilassung des 38-Jährigen zunächst vom U-Richter abgelehnt worden, nach einem Einspruch verfügte das Oberlandesgericht nun aber doch die Enthaftung.

Die Haftgründe seien entfallen, hieß es seitens des Oberlandesgerichts. Anderer Ansicht schien der Untersuchungsrichter gewesen zu sein, denn er hatte kürzlich bei der Haftprüfungsverhandlung eine Entlassung aus der Untersuchungshaft abgelehnt.

Dagegen hatte der Rechtsanwalt im Auftrag des Verdächtigen Beschwerde eingelegt und vom Oberlandesgericht Recht bekommen. Der Mann wurde noch am Donnerstag enthaftet. Unabhängig davon werde das Verfahren gegen ihn fortgesetzt, schrieb die "Kleine Zeitung".

Weiter in Untersuchungshaft bleibt hingegen die Kindesmutter, der eine mehrfache Mordanklage drohe. Darüber will die Staatsanwaltschaft entscheiden, wenn alle Gutachten vorliegen. Das soll bis Oktober der Fall sein.

Nachdem Anfang Juni dieses Jahres auf einem Anwesen in Graz-Gösting die Leichen von vier Kleinkindern in einer Tiefkühltruhe eingefroren bzw. in Kübeln einbetoniert gefunden worden waren, hatte die Polizei nicht nur die 32-jährige Kindesmutter, sondern auch deren Lebensgefährten festgenommen. Der Mann beteuerte von Anfang an, von den Schwangerschaften und den Taten seiner Freundin nichts gewusst zu haben. (apa/red)

16.9.2005 10:04