Noch keine heiße Spur zu den Tätern: Ermittlungen nach Raubüberfällen in Wien
- 85-jährige Juwelierin wurde ist grausam erstickt
- Kein Zusammenhang zwischen den beiden Fällen

·Mordalarm in Wien: 85-Jährige erwürgt
Ottakring: Juwelierladen des Opfers stand offen
Nach den beiden brutalen Raubüberfällen in Wien laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Von den Tätern fehlte vorerst jede Spur. In Ottakring war eine 85-jährige Juwelierin in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden worden. Das nahe gelegene Geschäft am Schuhmeierplatz wurde ausgeräumt. In derselben Nacht war im Stadtteil Mauer in Liesing ein älteres Ehepaar Opfer eines Raubüberfalls gewesen.
Die erste Obduktion der ermordeten Elisabeth S. wurde abgeschlossen, sagte Major Gerhard Winkler von der Kriminaldirektion 1 (KD1). Die Todesursache der 85-Jährigen war Ersticken. Laut Winkler wurde sie mit einem Tuch so fest geknebelt, dass ihr die Luft zum Atmen ausblieb. Die Spurensicherung war in der stark angeräumten Wohnung und in dem Juweliergeschäft der Ermordeten noch nicht abgeschlossen. Die Polizei ging aber davon aus, dass es sich um nur einen Täter gehandelt hat. Dieser machte Beute in der Höhe von rund 30.000 Euro.
Die Spurensicherung abgeschlossen hingegen wurde in dem Wohnhaus in der Franz-Graßler-Gasse, wo ein Ehepaar in derselben Nacht von drei Täter heimgesucht worden war. Die Unbekannten drangen gegen 3.30 Uhr durch ein Mansardenfenster in das im ersten Stock befindliche Schlafzimmer der 63-Jährigen und ihres zehn Jahre älteren Mannes ein. Die maskierten und mit Pistolen bewaffneten Männer fesselten die Frau mit Klebebändern und zwangen ihren Ehemann, den Tresor zu öffnen. Die Beute: Familienschmuck im Wert von mehreren 100.000 Euro.
Zusammenhang ausgeschlossen
Parallelen zwischen den beiden Gewalttaten wurden von Winkler ausgeschlossen. In Liesing seien die Täter sehr professionell vorgegangen und hätten gewusst, dass sie in dem Haus in Mauer große Beute machen würden. Dass der Überfall auf das Ehepaar mit einer ähnlichen Tat in Graz zusammenhängen könnte, ist laut Winkler "eher auszuschließen". In Graz drangen in der Nacht zuvor ebenfalls drei Männer in ein abgelegenes Haus ein und überraschten ein Akademikerpaar im Schlaf. Die Täter erbeuteten Schmuck und Bargeld. Diese drei Räuber seien aber im Gegensatz zu dem Wiener Fall äußerst brutal vorgegangen und hätten die Opfer massiv misshandelt und verletzt, sagte Winkler. (apa/red)
