Jetzt spricht der Unflückspilot von Sölden:
"Sehe die Bilder vor mir, die ganze Nacht"
- Glaubt an technischen Defekt: "Nicht mein Fehler!"
- Hatte keine andere Möglichkeit für Flugroute
·BILDER: Tragisches Gondelunglück in Tirol
Seilbahn-Katastrophe im Ötztal fordert neun Tote
·Ungeheure Kräfte wirkten auf Kabinen
Sie schleuderten Insassen
durchs Fenster ins Freie
·Viele Zwischenfälle in
der Firmengeschichte
Heli Alpin Knaus schon
oft in den Schlagzeilen
·Strafrechtliche Folgen wahrscheinlich
Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung
·Bergbahn erst im Herbst 2002 eröffnet
Modernste Technik und Sicherheitmaßnahmen
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Unfälle seit Jahr 2000
Eine Woche nach dem Seilbahnunglück von Sölden in Tirol, bei dem neun deutsche Touristen getötet worden waren, hatte der Pilot des Unglückshubschraubers zum ersten Mal in der Öffentlichkeit Stellung genommen. Er gab sich fest davon überzeugt, dass ein technischer Defekt zum Öffnen des Transporthakens und dem darauf folgenden Absturz des Betoncontainers auf die Gondelbahn geführt habe.
"Für mich war das der schwärzeste Tag meines Lebens, es geht mir wirklich schlecht", sagte der im Bezirk Landeck lebende Berufspilot Markus Jäger (35) am Montag zur APA. "Ich habe als Pilot keinen Fehler gemacht", betonte Jäger mit ernster Miene. Er habe bei seiner Ausbildung gelernt, den "Stick" immer unten zu halten, während sich der Auslöseknopf (eine Wippe; Anm.) am Stick ganz oben befindet.
Nach etwa zehn Flügen sei er am 5. September kurz nach 13.00 Uhr wieder in Richtung Gipfel gestartet. Er sei nach der Flug-Freigabe "ganz normal" weggeflogen. "Und nach einer Minute hat es einen Riss gemacht, es hat einen 'Zupfer' getan", schilderte Jäger. Er habe sofort gewusst, dass er seine knapp 700 kg schwere Last verloren habe und befürchtet, dass das Seil in den Heckrotor geraten könnte.
Er habe die Maschine gedreht und gesehen, wie die Gondeln in Schwingung geraten seien und Passagiere ins Freie geschleudert wurden. "Mir ist gleich klar gewesen, dass da etwas Schlimmes passiert ist, ich war Jahre lang Pistenretter und die Unglücksstelle befindet sich mitten in den Felsen", sagte Jäger. Er habe dem Einweiser gefunkt, sofort Rettung und Hubschrauber zu alarmieren.
Zur Flugroute meinte Jäger, dass es nur die Möglichkeit der Querung der Seilbahntrasse gegeben habe. Ihm sei untersagt gewesen, über die Piste zu fliegen, auf der regulärer Skibetrieb geherrscht habe. Es habe keinen anderen Weg gegeben.
"Ich sehe die Bilder vor mir, die ganze Nacht", berichtete Jäger. Seine Freundin und die Familie seien für ihn derzeit die größte Stütze. Er habe auch das Gefühl, dass ihn seine Berufskollegen unterstützen würden "und hinter mir stehen", außerdem werde er psychologisch betreut.(apa/red)
