Montag, 12. September 2005

Positive Verkehrsbilanz: Weniger Unfälle, Tote und Verletzte auf Österreichs Straßen

  • Auch im ersten Halbjahr 2005 zu viele junge Raser
  • "Fahren mit Licht am Tag" soll ab März 2006 gelten

Weniger Unfälle, weniger Tote, weniger Verletzte auf Österreichs Straßen - die von der Statistik Austria in Wien präsentierte Verkehrsunfallbilanz des ersten Halbjahres 2005 lieferte durchwegs positive Ergebnisse. Sowohl Innenministerin Liese Prokop (V) also auch Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach (B) bewerteten die Zahlen als "sehr erfreulich".

In der ersten Jahreshälfte 2005 wurden 18.677 Unfälle registriert - um 77 weniger als im Vergleichszeitraum 2004. Die Anzahl der dabei verletzten Personen verringerte sich um 481 auf 24.344. Todesopfer gab es insgesamt 329 - 48 weniger als noch im Jahr zuvor. "Damit schreiben wir das niedrigste Halbjahresergebnis, seit die bundesweit einheitliche Erfassung von Verkehrsunfällen 1961 eingeführt wurde", freute sich Peter Hackl, Generaldirektor der Statistik Austria.

Viele Kinder noch immer nicht angegurtet
1.776 Kinder wurden in den ersten sechs Monaten des heurigen Jahres im Straßenverkehr verletzt (minus 1,2 Prozent), elf getötet. 41 Prozent der verunglückten Sprösslinge waren Mitfahrer im Pkw. Neun Prozent davon waren nicht angegurtet - vor Einführung der Kindersicherungspflicht im Jahr 1993 klickte der Sicherheitsgurt bei Kindern in nicht einmal 50 Prozent aller Fälle.

Als besonders gefährdete Altersgruppe gelten nach wie vor junge Leute von 15 bis 24 Jahren. Sie machen zwar nur zwölf Prozent der Bevölkerung aus, stellen jedoch 30 Prozent aller Verletzten und 24 Prozent aller Todesopfer. Von Jänner bis Juli 2005 starben 79 Jugendliche - um mehr als 20 Prozent weniger als 2004.

Jeder dritte junge Unfallenker nach Mitternacht alkoholisiert
Weniger Unfälle und Verletzte sowie die niedrigste Anzahl getöteter Personen gab es im Bereich "Alkohol und Straßenverkehr": Bei 1.224 Alkoholunfällen wurden 1.726 Menschen verletzt, "nur" 17 getötet - der geringste Wert seit 1961. Bitterer Nachgeschmack: Jeder dritte junge Unfalllenker nach Mitternacht ist alkoholisiert. Und jeder 20. Verkehrstote war Opfer eines Alkoholunfalls, wobei laut Statistik Austria von einer "hohen Dunkelziffer" auszugehen ist.

Gorbach zeigte sich mit der Bilanz zwar grundsätzlich zufrieden, betonte jedoch, dass ein Schwerpunkt seiner Arbeit in den kommenden Jahren die Verkehrssicherheit bleiben werde. Als Gründe für die zufrieden stellenden Zahlen nannte der Verkehrsminister die Verbesserung von Infrastruktur, die Einführung des Mehrphasenführerscheins, verstärkte Alkohol- und Drogentests und "bewusstseinsbildende Aktivitäten". Mit dem Vormerksystem wolle man "vor allem Hochrisikolenker und Wiederholungstäter erwischen".

Prokop lobte die "hervorragende" Zusammenarbeit der beiden Ministerien: "Wir sind auf einem guten Weg, dürfen aber nicht nachlassen. Die Masse muss vor jenen geschützt werden, die sich nicht an die Regeln halten." Als nächste Maßnahme sei "Fahren mit Licht am Tag" geplant. Im Herbst soll die Vorlage den Nationalrat passieren, ab März 2006 werden Verstöße geahndet. (apa)

12.9.2005 12:21