Statt Hilfeleistung Polizei behindert: 200 Schaulustige bei schwerem Verkehrsunfall
- Hunderte am Unfallschauplatz - Doch keiner half
- Im Auto eingeschlossenes Pärchen schwer verletzt
Unfassbare Szenen haben sich am Samstag im Zuge eines Autounfalls in Oberösterreich abgespielt. Als die Polizei am Unfallort eintraf, traute sie ihren Augen kaum: In der Nähe des Wracks hatten sich rund 200 Schaulustige eingefunden. Den beiden Schwerverletzten half jedoch niemand. Der Polizeieinsatz wurde zudem massiv behindert.
Ein 18-jähriger Autolenker war mit seinem Pkw von der Fahrbahn abgekommen. Der Wagen durchschlug bei Esternberg im Bezirk Schärding ein Brückengeländer, wurde über einen Bach geschleudert und prallte frontal in die gegenüberliegende Uferböschung. Binnen weniger Minuten drang Wasser in das Fahrzeug des jungen Mannes und seiner 17- jährigen Freundin ein. Das Paar blieb mit schweren Verletzungen im Auto liegen.
Links und rechts von der Unfallstelle bildete sich laut Polizei rasch eine rund 100 Meter lange Autoschlange. Etwa 200 Schaulustige, darunter zahlreiche Kinder, tummelten sich rund um die Verletzten. Sie dachten jedoch keinesfalls daran, den Schwerverletzten zu helfen, berichtete ein verärgerter Polizist: "Das Szenario erinnerte eher an ein Volksfest als an einen Unfallort. Es war kaum ein Durchkommen möglich." Die Polizei brauchte mehrere Minuten, um die Personen zum Weggehen vom Unfallort zu bewegen.
Der 18-jährige Autolenker und seine 17-jährige Freundin konnten schließlich geborgen werden. Sie wurden mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Schärding eingeliefert. (apa)
