Autofahren wird immer teurer: Seit 1997 sind die Kosten um 20 Prozent gestiegen!
- Benzinpreise sind heuer schon um 30 Prozent höher
- Teurere Versicherungen, Kfz-Steuer und Werkstätten
·Unglaublich! Benzin bald 2 Euro pro Liter?
EU-Kommissar befürchtet weitere Preisexplosion
·Sprit und Co: Auto-fahren immer teurer
Seit 1997 sind Kosten um 20 Prozent angestiegen!
·STAU-CAMS: Alle Autobahnen live dabei!
Klicken: Gleich schauen, wo es derzeit staut!
Autofahren ist in den vergangenen acht Jahren um rund ein Fünftel teuerer geworden. Statt 1997 noch 5.384 Euro gibt der Besitzer eines Mittelklassewagens heute im Jahr insgesamt 6.518 Euro für sein Auto aus, geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Kreutzer Fischer & Partner hervor. Für Benzin hat ein repräsentativer Autofahrer (20.000 Jahreskilometer, Verbrauch 6,5 Liter/100 km) davon 1997 knapp 890 Euro ausgegeben, heuer dürften es rund 1.330 Euro werden - ein Zuwachs von fast 50 Prozent.
Gestiegen seien aber nicht nur die Benzinkosten, betonte der Chef des Beratungsunternehmens, Andreas Kreutzer, auch Versicherungen, Kfz-Steuer und Werkstätten seien kräftig teurer geworden. Nach wie vor machen die Treibstoffkosten nur etwa 20 Prozent der Gesamtkosten für einen Pkw aus.
Laut Untersuchung haben sich die Kosten für eine Vollkaskoversicherung und für die motorbezogene Versicherungssteuer in Summe um 32 Prozent verteuert. Die Jahreskosten für die beiden Posten entsprechen mit zusammen 1.151 Euro und damit beinahe den jährlichen Treibstoffausgaben. Etwa 10 Prozent entfallen davon auf die Kfz-Steuer, die zuletzt im Juni 2000 um 51 Prozent erhöht worden ist.
Wartung kommt um 22 Prozent teurer
Auch für Wartung gibt man im Durchschnitt heute um 22 Prozent mehr aus als noch vor acht Jahren - laut Studie etwa 561 Euro im Jahr. Vor allen seit 2000 haben die Werkstätten ihre Preise deutlich angehoben. Jetzt würden aber vor allem die Versicherungen zunehmend Druck auf die Kfz-Werkstätten ausüben. Daher sei hier in nächster Zeit nicht mehr mit einer groben Verteuerung zu rechnen, prognostiziert Kreutzer.
Die Kosten für die Autoanschaffung sind im Vergleich dazu in den vergangenen acht Jahren weniger stark gestiegen, konkret laut Untersuchung um etwa 9 Prozent - weniger als die normale Inflation von rund 15 Prozent im selben Zeitraum. Der Wertverlust des Autos macht aber immer noch den größten Brocken an den Gesamtkosten aus. Im Jahr kann man für einen Mittelklassewagen knapp 3.500 Euro abschreiben.
Dagegen nehmen sich die Kosten für die Autobahnvignette eher gering aus. Der Preis für das Autobahnpickerl ist zwar 2001 verdoppelt. Seither kostet die Jahresvignette aber unverändert 72,60 Euro.
Regierung gegen Erhöhung des Kilometergelds
Unterm Strich meint der Berater lieferten die gestiegenen Autokosten in Summe schon seit längerem Grund genug, das amtliche Kilometergeld um 7 Cent auf 43 Cent je Kilometer anzuheben. Der Verweis auf den aktuellen Spritpreisanstieg sei dabei gar nicht notwendig. "Eine Erhöhung des Kilometergeldes wäre auch bei niedrigeren Energiekosten gerechtfertigt", betonte Kreutzer.
Dass sich die Regierung dennoch standhaft dagegen wehrt, führt der Berater vor allem darauf zurück, dass sich die Regierung die Debatte um die Einführung eines Vorsteuerabzugs für Firmenautos ersparen will. Mit dem niedrigen Kilometergeld würden "die Klein- und Mittelbetriebe ruhig gestellt", meint Kreutzer.
Würden die Firmen nämlich Mitarbeitern für die Nutzung ein angemessenes Kilometergeld bezahlen müssen, würden viele Unternehmer wieder verstärkt die Anschaffung von Firmenwagen überlegen. Relativ würde dann wohl wieder der Ruf nach einem Recht auf Vorsteuerabzug für Autos wie in anderen Ländern kommen - zurecht, wie der Berater glaubt, weil das Kfz oft genauso ein Betriebsmittel sei wie etwa ein Kopiergerät. "Wenn man die Wirtschaft fördern möchte, könnte man von sich aus hier etwas tun", so Kreutzer in Richtung Regierung. (apa/red)
