Zweitägiger Streik bei Fluglinie Alitalia: Gewerkschaft protestiert gegen Jobabbau
- Berlusconi hatte die Protest-Maßnahmen verboten
- "Zahlenkrieg" über die Auswirkungen des Streiks

·Großes REISE-QUIZ: Parliamo italiano!
Wieviel wissen Sie über "bellissima Italia"?
·Berlusconi: Neue Fluglinie in Planung
Alitalia & Air-France- KLM sollen verschmelzen
Zwischen dem Management der italienischen Fluggesellschaft Alitalia und dem Gewerkschaftsverband Sult ist ein "Zahlenkrieg" über die Auswirkungen des zweitägigen Streiks ausgebrochen, der am Dienstag begonnen hat.
Der italienische Gewerkschaftsverband Sult gab bekannt, dass am Dienstagvormittag mehr als 20 Flüge gestrichen worden seien. Laut Alitalia wurde dagegen keine Verbindung gecancelt. Hintergrund des Streiks sind Befürchtungen der Gewerkschaft über einen zusätzlichen Jobabbau bei der Airline.
Berlusconi hat Streiks verboten
Die Regierung von Silvio Berlusconi hat Streiks bei öffentlichen Verkehrsmitteln allerdings verboten, Italiens Verkehrsminister Pietro Lunardi hatte die Alitalia-Belegschaft daher zwangsmäßig zur Arbeit einberufen. Mitarbeitern, die den Dienst verweigern, droht ein Verfahren, hieß es in Regierungskreisen in Rom.
Radikale Gewerkschaft
Die radikale Gewerkschaft reagiert mit der Arbeitsniederlegung auf den Bann des Alitalia-Managements, das Sult nicht mehr als Personalvertretung anerkennt. Die Gewerkschaft, die eigenen Angaben zufolge etwa 1.000 der rund 4.000 Flugbegleiter sowie 600 Mitarbeiter des Bodenpersonals vertritt, gilt als die mit Abstand radikalste unter den insgesamt zehn Personalvertretungen bei Alitalia. Sult hat allein in diesem Jahr fünf Streikaktionen ausgerufen, die das Sanierungsprogramm des Managements immer wieder durchkreuzten.
Gespannte Beziehungen
Die Beziehungen zwischen der Belegschaft und dem Alitalia-Chef Giancarlo Cimoli sind wieder äußerst gespannt. Cimoli arbeitet an einer Revision des "Industrieplans" zur Rettung der finanziell angeschlagenen Fluggesellschaft. Der Rettungsplan muss die zusätzlichen Ausgaben berücksichtigen, die wegen der hohen Treibstoffkosten im vergangenen Jahr entstanden sind. Die hohen Treibstoffpreise könnten bei der Airline die Einsparungen, die durch die Reduktion der Personalkosten erzielt wurden, wieder zunichte machen.
Weitere Stellenkürzungen möglich
Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass die zusätzlichen Treibstoffkosten mit weiteren Stellenkürzungen kompensiert werden müssen. Italienische Medien berichteten über Pläne, wonach weitere 2.000 Alitalia-Jobs abgebaut werden sollen. Im vergangenen Jahr hatte die Alitalia bereits die Streichung von 5.600 Arbeitsplätzen angekündigt. Das Unternehmen beschäftigt rund 18.000 Mitarbeiter. (apa)
