Preisexplosion bei Heizöl: NEWS hat die besten Spartipps, Trends & Möglichkeiten
- Im Trend: Solarenergie und Nutzung von Erdwärme
- Billigster Brennstoff Holz vor Pellets & Holzbriketts

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Sparsam: Dieses Heim kommt ohne Heizung aus
Spartipps: Die Preise für Heizöl und Gas steigen unaufhaltsam. Daher sind immer mehr Wohnungsbesitzer auf der Suche nach alternativen Energien. NEWS gibt Ihnen einen Überblick über Möglichkeiten & Trends....
Der nächste Winter kommt bestimmt, und er könnte teuer werden. Insbesondere was das Heizen betrifft. Denn parallel zu Diesel und Benzin steigen auch die Preise für Öl und Gas rasant an. Viele Gasversorger haben bereits Preiserhöhungen um zehn Prozent angekündigt, und auch der Heizölpreis geht kräftig nach oben.
Preisexplosion
Nach Angaben der Statistik Austria hat sich vor allem Heizöl in den letzten Jahren stark verteuert. Während leitungsgebundene Energieträger, wie Fernwärme und Strom, in den letzten zwölf Monaten um 4,8 Prozent und feste Brennstoffe, wie Brennholz und Kohle, um lediglich 1,6 Prozent gestiegen sind, zeigt sich beim Heizölpreis bereits eine Zunahme von 29,6 Prozent. Die längerfristige Entwicklung der letzten zwölf Monate spiegelt sich auch im Vergleich mit Juni 2004 wider: Gab es bei den leitungsgebundenen Energieträgern und den festen Brennstoffen so gut wie keine Veränderungen, hat der Heizölpreis bereits um 4,3 Prozent zugelegt. Und die Heizölpreise steigen weiter. Da der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt ist, wird auch dieser zukünftig an der Verteuerung teilhaben. Angesichts der enormen Preisentwicklung und der Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Österreicher mit Öl und Gas heizen, steigt daher die Nachfrage nach alternativen Heizmöglichkeiten.
Biomasse
Eine verstärkte Nutzung des energetischen Potenzials heimischer Biomasse, vor allem Holz, zählt dabei zu einer der attraktivsten Möglichkeiten. Es handelt sich dabei um umweltfreundliche heimische Brennstoffe, welche zum einen helfen, den Treibhauseffekt zu vermindern, zum anderen trägt das Heizen mit Biomasse zur regionalen Wertschöpfung bei. Oftmals werden potenzielle Interessenten von der Vorstellung des Raumbedarfs zur Brennstofflagerung abgeschreckt. Das Lagervolumen hängt jedoch von Art und Bedarf des Biomassebrennstoffs ab.
Artenvielfalt
Zu den umweltfreundlichsten und markterobernden Biomassebrennstoffen gehören Pellets, welche in der Regel aus Sägespänen und Holzresten hergestellt werden. Pellets ermöglichen den automatischen Betrieb moderner Anlagen zur Wärme- und Stromerzeugung - angefangen bei kleinen Heizanlagen in Einfamilienhäusern bis hin zu großen Heizkraftwerken. Eine Pelletsheizung ist ähnlich komfortabel wie eine Ölheizung. Die Zustellung erfolgt vorwiegend mit Tankwagen ähnlich der Heizöllieferung. Dabei werden die Pellets direkt in den Lagerraum eingeblasen und die Abluft abgesaugt. Es sind nicht zuletzt die stetig steigenden Ölpreise, die immer mehr Österreicher dazu bewegen, auf Holzpelletsheizungen umzusteigen. "Um 174 Quadratmeter Wohnfläche in einem Einfamilienhaus zu heizen, benötigt man 2.800 Liter Öl um rund 2.000 Euro. Die gleiche Menge Wärme in Pellets zu kaufen kostet derzeit rund 730 Euro", berichtet Franz Grill, Forstdirektor der Landwirtschaftskammer Salzburg. Was die Kosten einer Holzpelletsheizanlage betrifft, so bewegen sich diese zwischen 8.000 bis 9.000 Euro. Der Preis für Pellets schwankt je nach Einlagerzeit und beträgt etwa 0,17 Euro pro Kilogramm. Pelletsheizungen stellen somit eine gute und umweltfreundliche Alternative zu Öl und Gas da. Relativ gute Prüfergebnisse der Stiftung Warentest hinsichtlich der jungen Heiztechnologie in Sachen Sicherheit und Effizient dürften der Branche und dem Absatz zusätzlichen Auftrieb bescheren. Daneben fungieren diverse andere biogene Brennstoffe, wie beispielsweise Scheitholz und Hackgut, als weitere Alternativen in Sachen preisgünstige Energieträger (nähere Infos: www.esv.ac.at).
Auf der Überholspur
Denn nach einer Erhebung der niederösterreichischen Arbeiterkammer ist der billigste biogene Brennstoff immer noch Holz, dicht gefolgt von Pellets, welche im Vergleich zum Vorjahr sogar noch billiger geworden sind. Holzbriketts belegen knapp dahinter Platz drei. Weit abgeschlagen im Ranking sind hingegen die fossilen Brennstoffe wie Kohle und Flüssiggas. "Nicht nur der Brennstoffpreis, sondern auch der Zustand des Ofens ist entscheidend, wie wirtschaftlich jemand heizt", erklärt Konsumentenberater Horst Krumholz. "Das billigste Holz nützt nichts, wenn man einen alten Ofen mit schlechtem Nutzungsgrad hat.
Die Kraft der Sonne
Die Nutzung der Sonne als kostenlose Energiequelle für Warmwasserbereitung und Raumheizung erweist sich als weiterer zukunftssicherer Weg der Energiegewinnung. So bietet der Einbau einer Solarwärmeanlage eine effiziente Möglichkeit, eigene Heizkosten längerfristig zu senken, eine Methode, die österreichweit bereits auf starke Resonanz stößt. So wurden im Jahr 2004 mit Solaranlagen bereits geschätzte 178 Millionen Euro erwirtschaftet und rund 12.000 Solaranlagen errichtet. Tendenz steigend. Die Vorteile der Sonnenenergienutzung liegen auf der Hand: Es handelt sich um eine kostengünstige, umweltfreundliche Energienutzung, welche optisch ansprechend in das Dach integriert wird. Solaranlagen wandeln die Sonneneinstrahlung in Wärme um und führen diese über ein Wärmeträgermedium einem Verbraucher entweder direkt oder über einen Wärmetauscher zu. Das Herz der Solaranlage bildet dabei der Kollektor. Immer ausgereiftere technische Lösungen und hochwertige Materialien sorgen für optimale Leistungen. Für unterschiedliche Anwendungen stehen unterschiedliche Kollektorentypen zur Verfügung: beginnend bei einfach aufgebauten Kunststoffabsorbern über Standardflachkollektoren bis hin zu Höchstleistungs-Vakuum-Röhrenkollektoren. Bis zu 70 Prozent des jährlichen Warmwasserbedarfs eines Haushalts kann eine Solaranlage bereitstellen. Bei der Raumheizung können rund 30 Prozent der jährlichen Heizenergie gedeckt werden. Den restlichen verbleibenden Energiebedarf muss jedoch die Heizung im Keller liefern. Besonders mit Holzheizungen (Pellets, Hackholz, Scheitholz) lässt sich eine Solaranlage gut kombinieren.
Erdwärme
Wer eher tiefere Gefilde als alternative Heizeinrichtungen vorzieht, wäre mit Wärmepumpen bestens bedient. Eine Wärmepumpe bezieht Strom aus dem Netz und treibt damit einen Kompressor, der aus dem Erdreich oder Grundwasser weitere Wärme entnimmt. Dadurch kommen auf einen Teil Strom zusätzlich zwei bis drei Teile kostenlose Wärme aus der Natur.
Die Vorteile der Erdwärmeheizung liegen vor allem darin, dass sie wenig Platz benötigt. Außerdem müssen keine Lagerräume gefüllt werden. Der Betrieb der Anlagen erfolgt gefahrlos. Zudem bestehen relativ niedrige Betriebskosten. Für eine Erdwärmepumpe ist jedoch nicht jedes Grundstück geeignet. Größe und Bodenbeschaffenheit sind maßgebliche Voraussetzungen. Zudem sollte die Anlage gleich so konfiguriert werden, dass später einmal andere Energieträger ins vorhandene Heizsystem einbezogen werden können. Dadurch besteht die Möglichkeit, eine Gas- oder Ölzentralheizung gemeinsam mit einer Solarheizung und Erdwärme zu kombinieren. Moderne Technologien können dabei bis zu 30 Prozent Energiekosten sparen.
(Aus NEWS 36/2005)
