Displays stellen sich jetzt auf den User ein: Unterschiedliche Anzeige je nach Blickwinkel
- Sharp stellt neue Technologie auf der IFA 2005 vor
- Noch kein konkreter Termin für die Markteinführung
Displays, auf denen aus verschiedenen Blickwinkeln zwei verschiedene Bilder zu sehen sind, zeigt Sharp auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin. Beim Einbau ins Auto kann damit zum Beispiel der Fahrer die Anzeige eines Navigations-Systems sehen und der Beifahrer einen Film. Einen konkreten Termin für die Markteinführung gibt es noch nicht, der US-Autohersteller General Motors habe aber bereits den Einbau in einige seiner Modelle angekündigt.
Neue Technologie erhöht auch die Sicherheit
Eine ähnliche Technik, die ebenfalls auf einer so genannten "Parallax-Barriere" basiert, verhindert, dass man von der Seite das Bild auf einem LCD-Display sehen kann. Damit könnte zum Beispiel keiner außer dem Nutzer die Geheimnummer an einem Bankomaten sehen und ein Tischnachbar könnte keine E-Mails mitlesen. Auch hier ist der Zeitpunkt für einen Serienstart noch offen. Für die Zukunft arbeite Sharp an LCD-Bildschirmen, die man zusammenrollen kann, sagte Sharp-Präsident Katsuhiko Machida auf der IFA.
Preisrückgang bei LCD-Screens
Machida stellte einen weiteren deutlichen Preisrückgang bei LCD- Bildschirmen in Aussicht, wenn in einem Jahr das neue Sharp-Werk in Kameyama die Produktion aufnimmt. Dort könnten erstmals Roh-LCD- Panels mit Seiten-Längen von jeweils mehr als zwei Meter gefertigt werden. Damit können aus einer Roh-Einheit mehr Bauteile für einzelne Geräte zugeschnitten werden. Mit der Kapazität des neuen Werks könnten zum Beispiel mehr als fünf Millionen 32-Zoll-Bildschirme (81 Zentimeter) im Jahr produziert werden. Sharp ist der führende Produzent von LCD-Displays mit einem Marktanteil von 20 Prozent.
Weltgrößter LCD-Fernseher
Sharp bringt in Europa im Dezember dieses Jahres einen LCD-Fernseher mit einer Bildschirmdiagonale von 65 Zoll (rund 1,6 Metern) auf den Markt. Pro Tag sollen 1.000 Geräte produziert werden. Der Preis, der noch deutlich höher ist als bei Plasma-Fernsehern vergleichbarer Größe, werde vor allem mit dem Bau der neuen Fabrik sinken. Technisch könnten auch LCD-Fernseher mit einer Bildschirmdiagonale von 150 Zoll (3,8 Meter) gebaut werden, dafür gebe es aber keine Nachfrage, sagte Machida. Auf der IFA zeigt Samsung den weltgrößten LCD-Fernseher mit einer Diagonale von 82 Zoll (rund zwei Metern).
Keine Röhren-TVs mehr
Machida hatte sich bei seinem Amtsantritt 1998 das Ziel gesetzt, möglichst schnell nur noch LCD-Fernseher statt Röhrengeräten zu verkaufen. Der Anteil der Flachbildgeräte an Sharps Fernseher-Umsätzen lag zuletzt bereits bei 90 Prozent. (apa/red)

