Mittwoch, 7. September 2005

Society-Walker: Partner fürs Seelen-Leben

Gemeinsam in der Szene, aber getrennt ins Bett. Ein NEWS-Report über Österreichs homogenste Glamour-Paare.

Dass Herren, die Herren schätzen, mehr Charme, Trendaffinität, Stil und Power vorrätig haben als die kompakte maskuline Mehrheit, ist geläufig. Damen, die berufsbedingt einem glamourösen Lebenswandel nachgehen, schwören nachgerade auf die Begleitung vom anderen Ufer.
So entstand „Walking“ – ein Trend, der mittlerweile nicht nur Szene-Insidern geläufig ist. Ein sensibler, aufmerksamer Mann begleitet die wegen ihrer Prominenz bedrängte Dame durch die Spaliere der Seitenblicke-Gesellschaft oder einfach durchs Dolce Vita. Mittlerweile hat sich der Trend überholt. Walking ist ein Klischee, dem die Wirklichkeit nur zum Teil entspricht: In Österreichs Society-Zirkus „walken“ ausnahmslos gleichberechtigte Partner, die einander an Elan und Prominenz nicht nachstehen. NEWS zeigt sechs der teils schrillsten, teils schönsten Glamour-Paare der Szene.

* Birgit Sarata, Honorarvizekonsulin, und Gery Keszler, Life-Ball-Veranstalter: Für die Operettendiva und den Ballvater ist die Welt reichhaltiger als die üppigen Buffets. Sie besuchen Ausstellungen, gehen ins Theater, schließen bei Händel-Arien verzückt die Augen. Schwelgen in Gedankenreisen nach Alt-Wien oder ins Barock. Das Zauberwort der Beziehung? Respekt. Für sie zieht er den Smoking an, obwohl ihm der Sinn nach schriller Couture stünde. Sie verzeiht ihm sogar Punkzöpfchen im Haar. „Es hat recht lange gedauert, bis wir per Du waren, sie ist ja eine richtige Dame“, erinnert sich Keszler. „Wir haben zwar viele gemeinsame Interessen, fressen einander aber nicht auf.“ Sarata: „Natürlich haben wir manchmal unterschiedliche Meinungen, aber ausreden könnte er mir meine nicht. Die Diva, das bin ich!“ Demnach herrscht im Duett harmonischer Wohlklang, auch wenn manche mäkeln. „Sollen sie sich ruhig das Maul zerreißen“, so Keszler, „wir tun es ja auch.“

* Tini Kainrath, „Rounder Girl“, und Miss Candy, Veranstalterin: Die Damen würden füreinander töten. Die Drag Queen „für Tinis Stimme und ihre Toughheit“, das Rounder Girl für „Candys Beine. Außerdem bekomme ich dank dieser Freundschaft bei Problemen gleich zwei Sichtweisen geliefert: die männliche und die weibliche!“ Auch sonst fehlt der Gesprächsstoff nie: „Natürlich reden wir viel über Männer. Aber bitte glaubt nicht, dass sich abgesehen davon alles nur um Styling und Make-up dreht. Dafür haben wir schließlich unsere Visagisten“, lacht das Duo.

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7.9.2005 16:49