Debatte um Agrarsubventionen: Schüssel spricht von Deckelung bei "Agrarfabriken"
- Kleine Bauern brauchen laut Kanzler Unterstützung
Das Erntedankfest in Wien ist am Sonntag ganz im Zeichen der europaweiten Debatte um die Agrarsubventionen gestanden. Bundeskanzler Schüssel hat sich dabei für eine Deckelung der Zuschüsse für "Agrarfabriken" ausgesprochen. Wichtiger sei die Förderung kleinerer Betriebe, so Schüssel. Zu dem zweitägigen Fest am Heldenplatz sind laut Bauernbund rund 250.000 Besucher gekommen - so viel wie noch nie.
Es fließe sehr viel Geld in die Landwirtschaft Europas. Von manchen werde darum die Frage gestellt, ob dies gerecht sei, so Schüssel: "Ich sage: Es könnte gerechter sein. Wir könnten etwa die Agrarfabriken deckeln in den Förderungen. Aber die kleinen Bauern, die Familienbetriebe, die Bergbauern, die brauchen unsere Unterstützung. Und jeder der sagt, halbieren wir die Ausgaben in die Landwirtschaft Europas, der gefährdet hunderte Arbeitsplätze im ländlichen Raum."
Schüssel verwies im Vorfeld der EU-Präsidentschaft Österreichs im kommenden Jahr auf die "Chancen in einer erweiterten EU" und auf ein "altes Wiener Sprichwort": Zu Tode gefürchtet, sei auch gestorben. "Wer sich vor der Zukunft fürchtet, der wird zu wenig säen, um später einmal ernten zu können", sagte Schüssel.
Das Wiener Erntedankfest stand jedoch nicht nur im Zeichen der EU- Politik. Erwartungsgemäß war auch der Wiener Wahlkampf Thema. Wiens ÖVP-Chef und Spitzenkandidat Hahn hob in seiner Rede etwa die Leistungen der Wiener Bauern und Gemüsegärtner hervor.
Das diesjährige Erntedankfest des Bauernbundes stand unter dem Motto "Der Geschmack der Heimat". Dem entsprechend war das gastronomische Angebot vielfältig, für Interesse sorgten aber auch musikalische Darbietungen sowie eine "Motorsägenperformance". (apa)

