Donnerstag, 8. September 2005

Deadline "Nikolo": Post-Börsegang könnte bereits Anfang Dezember fixiert werden

  • Finanzminister Grasser hält die Post für "börsefit"
  • Gewerkschaft will Börsengang erst ab 2007 gehen

Der Börsegang der Österreichischen Post AG wird voraussichtlich Anfang Dezember endgültig fixiert werden. Die Regierung werde in rund eineinhalb Monaten über den Privatisierungsauftrag für die Post entscheiden, erklärte Finanzminister Grasser.

Aus heutiger Sicht ist die Post für Grasser "börsefit" und ein Börsengang würde aus seiner Sicht "Sinn machen". Gleichzeitig relativierte der Minister aber: Er wolle die Entscheidung "nicht präjudizieren". Man sei noch im Dialog mit ÖIAG und Post-Vorstand, so Grasser.

Hinter den Kulissen sollen dem Vernehmen nach aber sowohl Finanzministerium, als auch ÖIAG und Post schon intensiv mit dem Thema Börsegang auseinander setzen. Die Ankündigung Grassers, wonach über den Privatisierungsauftrag bis Anfang Dezember entschieden werden muss, passt in den bisherigen Zeitplan. Weil die Post "rund sechs Monate für die Vorbereitung des Börsegangs" benötige, sei der 6. Dezember "die Deadline für den Privatisierungsauftrag", wenn die Post, wie geplant im ersten Halbjahr hieß es aus Ministeriumskreisen.

Dann erst, heißt es wiederum aus der Post, könnten die konkreten Vorarbeiten für den Börsegang beginnen. Er wolle "kein Frosch" sein, meinte ein hochrangiger Post-Manager, der nicht genannt werden wollte. Aber: "Der Vorstand kann nur im Auftrag der ÖIAG agieren. Wir werden ja verkauft und verkaufen uns nicht selbst."

Sorgen im Post-Management wären an sich gerechtfertigt, zumal die Gewerkschaft bereits mehrmals mit einem Streik gegen einen ihrer Meinung nach zu frühen Börsegang 2006 gedroht hat. Post-Chef Anton Wais zeigte sich aber erst am Wochenende demonstrativ gelassen. "Ich fürchte keinen Streik, weil ich glaube, dass das Verhältnis zwischen der Gewerkschaft und der Post ein sehr gutes ist", so Wais in einem "Ö1"-Interview. (apa)

8.9.2005 14:24