Post eröffnete neues Paketzentrum Wien: 200 Jobs bei Modernisierung draufgegangen
- 37 Millionen teure Anlage jetzt offiziell in Betrieb
- Sozialplan für eingesparte Mitarbeiter wurde erstellt
·ÖIAG: Kein Antrag
auf Post-Börsegang
Gewerkschaft sagt Proteste daher vorerst ab
·Redmail droht der Republik mit Klage!
Gesetzesnovelle sei EU-rechtlich bedenklich
·Börsegang: Einigung über neues Postgesetz
Ministerrats-Beschluss wurde jedoch vertagt
·Bei Post droht im Frühjahr 2006 Streik
Gewerkschaft will gegen Börsegang protestieren
Die Österreichische Post AG hat in Wien ihr neues Paketzentrum Wien Süd eröffnet. Die 37 Millionen Euro teure Anlage gilt als eine der modernsten Europas. Gegenüber dem alten Standort am Wiener Südbahnhof spart die Post dadurch 200 Arbeitsplätze ein. Mit der Übersiedlung sei die Mitarbeiterzahl im Paket auf 450 reduziert worden, sagte der Leiter des Paketbereichs, Hans Baumann.
Bei der Post betont man, die Einsparungen seien auf Grund der zunehmenden Konkurrenz notwendig gewesen. "Dass es so nicht bleiben kann, war jedem klar", so Generaldirektor Anton Wais. Im alten Gebäude war die Paketverteilung auf zwei Ebenen in verwinkelten Räumlichkeiten abgewickelt worden. Jetzt werden die Pakete in einer 16.000 Quadratmeter große Halle zu einem beträchtlichen Teil automatisch verteilt und mit Maschinen gleich direkt auf Lastwagen verladen, was auch Standzeiten der Lkw verkürzt hat.
Sozialplan für Mitarbeiter
Von den dadurch überzähligen Mitarbeitern habe man sich - nach "anstrengenden Verhandlungen mit dem Betriebsrat" - im Vorfeld der Umstellung aber einvernehmlich getrennt. Die Post habe einen Sozialplan angeboten, den die Mitarbeiter angenommen hätten. Kündigungen habe man keine aussprechen müssen, so Wais.
Auch Wiens Wirtschaftsstadtrat Sepp Rieder gestand am Rande der Eröffnung des Paketzentrums ein, dass "Rationalisierungen zur Sicherung des Unternehmens Post notwendig" seien. Gleichzeitig sei mit dem neuen Paktezentrum auch "eine beachtliche Zahl von Arbeitsplätzen abgesichert" worden.
165 Millionen Euro Investitionen
Das benachbarte Briefzentrum eingerechnet, dass bereits 2002 seinen Betrieb aufgenommen hat, beschäftigt die Post in Wien Inzersdorf jetzt 1.800 Mitarbeiter, die Gesamtinvestitionen lagen in den vergangenen Jahren bei 165 Millionen Euro. Damit sei die Post nach wie vor ein wesentlicher "Beschäftigungsfaktor" in Wien, meint Rieder. (apa)

