Spesenfalle Jugendkonto: Konditionen oft günstig, manche Nebenkosten aber teuer
- AK-Test: Konto kann bis zu 105,60 Euro/Jahr kosten
- Unterschiede bei Haben- und Sollzinsen beträchtlich
Die Wiener Arbeiterkammer (AK) warnt vor möglichen "Spesenfallen" bei Jugendkonten. Ein AK-Test bei 16 Banken hat demnach gezeigt, dass jungen Menschen ein Konto bis zu 105,60 Euro pro Jahr kosten kann. Zwar seien die Konditionen insgesamt meist günstig - zum Problem können jedoch Barbehebungen, Dauerauftragsänderungen und Kontoschließungen werden.
Die Hälfte der Kreditinstitute verrechnen etwa eine Kontoschließungsgebühr, die bis zu 15 Euro ausmachen kann. Änderungen eines Dauerauftrages kosten bei fünf Banken ebenfalls extra - sie verrechnen dafür bis zu drei Euro. Fünf Banken verlangen auch Entgelte für die Behebung an der Kassa. Vor allem für Jugendliche ohne Bankomatkarte könnten so zusätzliche Spesen sammeln, kritisierte die AK.
Nicht immer gibt's das "Gratis-Konto" wirklich
Werbeaussagen versprechen Jugendlichen demnach oft ein "Gratis-Konto" oder zumindest die "kostenlose" Kontoführung. Der AK-Test zeige aber, dass dies nicht immer zutreffe. Die Bandbreite zwischen den einzelnen Angeboten sei enorm: Die Raiffeisenlandesbank NÖ Wien verrechnet für ihr Jugendkonto laut AK keinerlei Spesen. 105,60 Euro können hingegen beim teuersten Jugendkonto - bei der Bank für Tirol und Vorarlberg - anfallen.
Beträchtlich seien zudem die Unterschiede bei Haben- und Sollzinsen, warnte die AK. AK-Konsumentenschützerin Michaela Kollmann riet in einer Aussendung am Mittwoch dazu, die Konditionen, den Leistungsumfang und die Zinssätze unbedingt vorab zu prüfen: "Der Vergleich lohnt sich. Ein späterer Kontowechsel kann durch hohe Schließungsgebühren teuer kommen." Weiters sollten Bareinzahlungen an der Kassa generell vermieden werden. Empfohlen werden Überweisungen direkt vom Konto. (apa)

