Dienstag, 6. September 2005

Droht neuer Krach mit den AUA-Piloten? Neuer Bordbetriebsratschef zurückgetreten

  • Jetzt stehen "Hardliner" vor der Machtübernahme

Bei der Austrian Airlines (AUA) könnte ein neuer Krach mit den Piloten drohen. Der seit nur drei Monaten amtierende Chef des Bordbetriebsrats der Austrian Airlines (AUA), Gerald Wechselberger, ist am Dienstag völlig überraschend zurückgetreten. Er habe versucht, mit der AUA-Führung einen konstruktiven Weg bei der Lösung von Problemen zu gehen, habe dafür aber im Betriebsrat keinen Konsens finden und nicht durchsetzen können, so Wechselberger.

Der neue starke Mann in der Arbeitnehmervertretung von 3.500 Piloten und Flugbegleitern von Austrian und Lauda Air scheine einmal mehr "Hardliner" Wolfgang Hable, Mitglied der Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr (HTV) zu sein, auch wenn Hable selbst offiziell nicht die Führung des Bord-Betriebsrats übernehme, so "Die Presse".

Wechselberger sei überzeugt, dass allen voran Hable gegen ihn Stimmung gemacht habe, sodass letztlich drei Viertel der 19 Bordbetriebsräte ihm das Vertrauen entzogen hätten. Im Bordbetriebsrat heiße es dagegen, Hable habe die Revolution keineswegs angezündet, vielmehr habe Wechselberger "die Spielregeln nicht eingehalten".

Für Bodenbetriebsrats-Chef Alfred Junghans, sei der Rücktritt von Wechselberger "sehr bedauerlich". Jetzt drohe die konstruktive Zusammenarbeit zu zerbrechen. Die AUA-Führung sei optimistisch: "Die Unternehmenslage erfordert das gemeinsame Ziehen an einem Strang. Wir hoffen, dass sich trotz Wechsels das konstruktive Klima fortsetzen lässt." (apa)

6.9.2005 20:37