Nationalteam kränkelt - Krankl grantelt:
"Habe von einigen Spielern mehr erwartet"
- "Aserbaidschan war nicht Ist-Zustand des Teams"
- VOTING: Weiter mit Krankl oder muss ein Neuer her?
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Blamable Leistung ohne Herz, Ideen und Einsatz
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Das wohl interessanteste Thema nach dem 0:0 der österreichischen Nationalmannschaft im WM-Qualifikationsspiel in Aserbaidschan ist einen Tag später nicht zur Sprache gekommen. "Teamchef Hans Krankl wird keine Fragen über seine persönliche Zukunft beantworten", hieß es schon zu Beginn der Pressekonferenz.
Krankl konzentrierte sich darauf, das enttäuschende Remis am Kaspischen Meer und das damit verbundene definitive Ende der WM-Chance zu analysieren. "Ich kann mit der Leistung und dem Resultat nicht zufrieden sein", erklärte der 52-jährige Wiener und ergänzte: "Wir haben zu wenig für das Spiel getan und zu wenig Chancen vorgefunden."
Trotz aller Kritik stellte sich der Teamchef aber hinter seine Mannschaft. "Wir mussten sechs Leute ersetzen, mit Stranzl ist dann noch ein Siebenter dazugekommen. Das war eine Mannschaft, die in dieser Art und Weise wahrscheinlich nicht mehr zusammenspielen wird", prognostizierte der Ex-Goleador. Aserbaidschan sei "nicht der Ist-Zustand" des Nationalteams gewesen.
Krankl: "Habe von einigen mehr erwartet"
Zufrieden war Krankl nach eigenen Angaben vor allem mit einigen jungen Spielern, im Gegensatz dazu "hat es einige gegeben, von denen ich mehr erwartet" hätte. Bis zum Schluss hätte er noch auf einen Sieg gehofft. "Ich hätte es der Mannschaft vergönnt, ein Tor zu schießen. Die Burschen waren bemüht, aber es war gegen Aserbaidschan zu wenig."
Dass durch den Punkteverlust in Baku die letzte theoretischen Quali-Chance dahin ist, obwohl Nordirland mit dem sensationellen Heimsieg gegen England für Österreich spielte, ist für Krankl sekundär. "Mit solchen Spielereien beschäftige ich mich nicht."
Strohhalm Europacup als Fortbildungsseminar
Die WM-Qualifikation wurde laut Krankl ohnehin nicht in Aserbaidschan, sondern in den direkten Duellen mit Polen verpasst. "Schon als Polen in Wien gewonnen hat, haben wir gewusst, dass es sehr schwer wird." Ausschlaggebend für das Scheitern sei auch die mangelnde internationale Erfahrung gewesen, wie Krankl noch einmal betonte. "Diesbezüglich ist der einzige kleine Strohhalm der Europacup, der könnte den Spielern weitere Erfahrung bringen."
Spiel in England macht noch keine Sorgenfalten
Und die werden die Teamkicker auch im kommenden WM-Quali-Match brauchen, warten doch am 8. Oktober in Manchester die Engländer, die unbedingt gewinnen müssen, um im Rennen um den Gruppensieg zu bleiben. "Es ist besser, wenn ich jetzt noch gar nicht an Old Trafford denke", meinte Krankl und hofft, dass bis zum Auftritt im "Theatre of Dreams" zumindest vier oder fünf Spieler zurückkommen.
"Wir brauchen gegen England alles, was wir haben", sagte Krankl, der für dieses Match u.a. Kaiserslautern-Keeper Jürgen Macho oder Brann-Bergen-Legionär Paul Scharner beobachten lässt. In Manchester und vor allem am 12. Oktober in der letzten Qualifikationspartie im Wiener Happel-Stadion gegen Nordirland gilt es, den dritten Platz gegen die nur noch drei Punkte zurück liegenden Nordiren abzusichern. "Die Mannschaft hat sich den dritten Platz verdient, auch wenn er nichts wert ist. Den sollten und werden wir behalten", versprach Johann K. (apa/red)
