ÖFB-Boss wartet auf Quali-Ende: Stickler über jüngste Krankl-Aussagen "irritiert"
- "Die jüngsten Aussagen waren wirklich nicht hilfreich"
- "Leid zu hören, frühere Entscheidung wäre besser"
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Bis vor kurzem war trotz der Niederlage in der entscheidenden WM-Qualifikationspartie in Polen eine Tendenz zu spüren, dass Österreichs Teamchef Hans Krankl bis zur Heim-EM 2008 im Amt bleiben könnte. Mittlerweile scheint es aber zu einer Trendumkehr gekommen zu sein. ÖFB-Präsident Friedrich Stickler sprach vor dem Spiel gegen Aserbaidschan von einer "gewissen Irritation", was jüngste Aussagen von Krankl bezüglich einer Vertragsverlängerung betrifft.
Während Stickler immer wieder betont hatte, die Teamchef-Frage werde erst nach dem Ende der WM-Qualifikation Mitte Oktober beantwortet, forderte der Ex-Goleador zuletzt via Medien eine schnellere Entscheidung, was den Lotterien-Boss nicht unbedingt glücklich machte. "Seit Monaten reden wir darüber, dass wir nach dem Ende der Qualifikation über die Zukunft sprechen. Das ist auch eine Frage der Loyalität gegenüber dem ÖFB", meinte Stickler.
Durch seine jüngsten Erklärungen dürfte Krankl in der Gunst von Stickler nicht gerade gestiegen sein. "Ich bin es leid zu hören, eine frühere Entscheidung wäre besser. Die jüngsten Aussagen waren wirklich nicht hilfreich", sagte der ÖFB-Boss, der sich in dieser Sache keine Entscheidungsschwäche nachsagen lassen will. "Was wäre geschehen, wenn wir nach Polen einen neuen Teamchef geholt hätten, und der neue Chef verliert in Aserbaidschan? Wie fängt das an?"
Dass der kommende Teamchef voraussichtlich erst im November feststehen wird und damit erst später in die Planungen für die EURO-Vorbereitungen eingreifen kann, ist für Stickler kein Problem. "Ich glaube nicht, dass dem österreichischen Fußball durch diese Verzögerung Schaden zugefügt wird."
"Einen Teamchef gegen mich wird es nicht geben"
Eines stellte der ÖFB-Präsident klar: "Einen Teamchef gegen mich wird es nicht geben." Da sich Stickler bereits festgelegt hat, einen Österreicher auf der ÖFB-Bank sehen zu wollen, dürften neben Krankl nur die bereits seit längerem als Kandidaten kolportierten Josef Hickersberger, Walter Schachner oder Kurt Jara in Frage kommen.
Doch auch Ex-Sturm-Trainer Ivica Osim, der im Besitz eines österreichischen Passes ist und noch bis Jahresende in Japan mit JEF United einen Vertrag besitzt, ist für Stickler ein Thema. "Es gibt Ausländer, die sich wie Baric einen Status als Österreicher erarbeitet haben, und dazu würde ich Osim zählen." Konkrete Gespräche mit diversen Anwärtern hätte es laut Stickler noch nicht gegeben, aber "wir schauen uns das eine oder andere an."
Neuer Teamchef bleibt bis 2008
Wer auch immer der neue (oder alte) ÖFB-Coach sein wird, er wird wohl die Geschicke des Teams während der Heim-EM lenken. "Wir werden bis 2008 nur dann den Teamchef wechseln, wenn etwas Furchtbares passiert", kündigte Stickler an und sprach von einer "richtungsweisenden Entscheidung."
Eine weitere wichtige Weichenstellung könnte demnächst auch im Nachwuchsbereich bevorstehen. Stickler deutete an, dass Coach Willi Ruttensteiner, der seinen Vertrag als ÖFB-Sportdirektor "im ersten Halbjahr 2005" bis 2009 verlängert hat, als U21-Teamchef abgezogen werden könnte.
(apa/red)
