Ivanschitz als "Leithammel": "Ich werde auf dem Platz Verantwortung übernehmen"
- Kapitän will WM-Quali-Enttäuschung rasch vergessen
- "Sollten alles dafür tun, um EM-tauglich zu werden"
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Auf Andreas Ivanschitz kommen große Aufgaben zu. Kurzfristig warten auf den Burgenländer mit Rapid in der Champions League internationale Top-Mannschaften, mittelfristig aber hat er eine noch weit schwierigere Herausforderung zu bewältigen: Der Blondschopf muss als Kapitän maßgeblich dazu beitragen, dass sich das in der WM-Qualifikation gescheiterte österreichische Nationalteam bis 2008 EURO-fit präsentiert.
Bereits mit 19 Jahren und 361 Tagen hatte der mittlerweile 21-Jährige am 11. Oktober 2003 in Wien gegen Tschechien erstmals als ÖFB-Spielführer fungiert. Die Last der Verantwortung war aber bis zum Polen-Match immer auf mehrere Schultern verteilt, ehe Ivanschitz auf Grund der zahlreichen Ausfälle in Aserbaidschan erstmals vor der Situation stand, in der laut Teamchef Hans Krankl "jüngsten österreichischen Nationalmannschaft aller Zeiten" als echter "Leithammel" auftreten zu müssen.
"Wenn ein Spieler Probleme hat, kann er immer zu mir kommen"
"Ich werde versuchen, dieser Rolle gerecht zu werden und sie hundertprozentig auszufüllen", versprach der Linksfuß. "Ich werde auf dem Platz Verantwortung übernehmen, aber auch außerhalb. Wenn ein Spieler Probleme hat, kann er immer zu mir kommen", sagte Ivanschitz.
Als Anführer hat man Vorbildwirkung, und um dieser gerecht zu werden, ist es nicht von Nachteil, positive Stimmung zu verbreiten - das weiß auch der Kapitän. Also fordert er, die Enttäuschung nach dem WM-Quali-Ausscheiden so schnell wie möglich beiseite zu schieben. "Es sollte nicht so berichtet werden, dass wir jetzt nur noch Freundschaftsspiele haben. Was gibt es Schöneres, als eine Europameisterschaft im eigenen Land zu haben? Die Vorbereitungsspiele werden wir als richtige EM-Qualifikation sehen."
Aufbruchsstimmung ist gefragt im Lager des ÖFB-Teams, auch wenn der Schmerz noch frisch ist, die WM 2006 vor dem Fernseher mitverfolgen zu müssen. "Wir sollten uns jetzt auf die EURO 2008 freuen und alles dafür tun, damit wir EM-tauglich werden", sagte Ivanschitz. Nachsatz: "Im Moment können wir es noch nicht sein, weil die Vorbereitungen noch laufen."
"Wünsche mir gute Testspiele und Trainingslager"
Und diese Vorbereitungen werden für das Abschneiden bei der Heim-EM von entscheidender Bedeutung sein, folglich gilt es, sie so effektiv wie möglich zu gestalten. "Ich wünsche mir gute Testspiele und Trainingslager", so die Vorstellungen von Ivanschitz.
Vorerst sei jedoch das Wichtigste, die laufende WM-Kampagne, die mit Spielen in England (8. Oktober) und daheim gegen Nordirland (12. November) endet, positiv abzuschließen. "Auch wenn wir die Qualifikation verpasst haben, müssen wir uns in den letzten Partien gut präsentieren", forderte der Rapid-Spieler.
Die bisherigen WM-Quali-Auftritte seien "sehr gut" gewesen. "Es klingt vielleicht vermessen, aber wenn man alle Spiele hernimmt bis auf die Polen-Partien, in denen wir zwei Mal knapp verloren haben, können wir sehr zufrieden sein", sagte Ivanschitz.
"Vielleicht hat uns die Klasse und die Erfahrung gefehlt"
Der Burgenländer relativierte aber auch: "Es wäre zu einfach zu sagen, wir haben immer nur Pech gehabt. Wir waren immer hundertprozentig motiviert, aber vielleicht hat uns die Klasse und die Erfahrung gefehlt", so Ivanschitz. Um dieses Problem zu beheben, sollten so schnell wie möglich so viele Spieler wie möglich zu Legionären werden.
"Wenn wir mehr Spieler im Ausland hätten, wäre das Team auch besser." Wann er selbst Österreich den Rücken kehrt, steht noch nicht fest. "Man weiß nie, was in einem halben Jahr einem Jahr oder in eineinhalb Jahren sein wird. Im Ausland zu spielen ist jedenfalls mein Traum", sagte Ivanschitz, der bei Rapid noch bis Sommer 2007 unter Vertrag ist.
(apa/red)
