Katastrophale Leistung ohne Herz: Krankls
Elf erstolpert Nullnummer in Aserbaidschan
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Österreichs Nationalmannschaft hat sich in der WM-Qualifikation in Aserbaidschan mit einem torlosen Remis begnügen müssen. Mit dem 0:0 vor nur 3.500 Zuschauern in Baku verspielte das ÖFB-Team die letzte theoretische Chance auf die Weltmeisterschafts-Teilnahme 2006 in Deutschland.
Gegenüber der 2:3-Niederlage in Polen hatte Teamchef Hans Krankl seine Elf gleich an sechs Positionen verändert. Für Standfest, Aufhauser, Schopp (alle gesperrt), Ehmann (verletzt), Kühbauer (Team-Rücktritt) und Hieblinger waren A. Ibertsberger, Gercaliu, Mörz, Kiesenebner, Amerhauser und Linz neu in die Mannschaft gekommen. Der Mattersburger Mörz war zudem der 41. Debütant im 31. Länderspiel in der Krankl-Ära.
Das vom Ex-Torjäger angekündigte "jüngste Nationalteam der Geschichte" wies einen Altersdurchschnitt von 25 Jahren auf, auch sonst wirkte im Republican-Stadion einiges äußerst skurril. Ein Großaufgebot an Sicherheitskräften, Polizisten und Militär war gegenüber dem restlichen Publikum eindeutig in der Überzahl. Aber die Leistung von Rot-Weiß-Rot passte sich den seltsamen Begleitumständen noch zusätzlich an.
Katastrophale Leistung ohne Herz
Das völlig neu formierte Team lieferte selten zusammenhängende Aktionen über mehrere Stationen. Es blieb meist beim Stückwerk. Wie schon bei der Heimpartie gegen Wales, im Freundschaftsspiel gegen Schottland oder zuletzt in Polen lieferte die Nationalmannschaft auf dem Rasen kaum Argumente für eine Verlängerung des auslaufenden Krankl-Vertrags.
Vor der Pause waren Ivanschitz (7. Minute), Linz (8.), Amerhauser (8.), Mörz (11.), Mayrleb (21.) und Stranzl (36. sowie 43.) einem Treffer noch am nächsten gekommen. Auf der Gegenseite standen für Gastgeber Aserbaidschan Möglichkeiten von Tagizade (30.), Musika (36.) und Gurbanow (38.). Nach dem Wechsel verlor Österreich Abwehrchef Stranzl mit einer Muskelverletzung im Oberschenkel, und auch die Chancen wurden weniger statt mehr.
Lediglich Mayrleb (49.) sowie die eingewechselten Kuljic (83., 84. sowie 87.) und Hieblinger (85.) sorgten für etwas Gefahr, die Hausherren hatten durch E. Gulijew nach verunglückter Schranz-Rettungstat sogar den Matchball vor den Beinen (80.). Am Ende blieb es beim enttäuschenden 0:0. Mit nunmehr zwölf Zählern verspielte Österreich damit auch die letzte rechnerische WM-Chance. Leader Polen (21 Punkte) und England (19) ermitteln in den letzten Partien den Gruppensieger.
"Boro"-Legionär Pogatetz fehlt in England
Für das ÖFB-Team geht es in England (dort wird Insel-Legionär Pogatetz wegen einer Gelb-Sperre fehlen) am 8. Oktober und daheim gegen Nordirland am 12. Oktober lediglich noch um einen versöhnlichen Abschluss in der Qualifikation. Die Karten von Hans Krankl für eine Fortsetzung seiner Amtszeit sind nach der schwachen Darbietung sicher nicht besser geworden.
Aserbaidschan - Österreich 0:0
Baku, Republican-Stadion, 3.500, SR Johan Verbist/Belgien.
Aserbaidschan: Kramarenko - Hadschijew, Achmadow, Amirbekow - Schukurow, Kerimow, E. Gulijew, K. Gulijew - Tagizade (89. Nabijew), Musika (79. Bachschijew) - G. Gurbanow (90. Alijew)
Österreich: Schranz - A. Ibertsberger, Stranzl (49. Hieblinger),
Pogatetz, Gercaliu (81. Säumel) - Mörz, Kiesenebner, Ivanschitz,
Amerhauser - Linz, Mayrleb (61. Kuljic)
Gelbe Karten: Hadschijew, E. Gulijew, Schukurow, Tagizade bzw. Gercaliu, Pogatetz (im nächsten Spiel gesperrt), Kiesenebner
(apa/red)
