Götter zeigten sich gnädig: Griechenlands WM-Chance lebt nach 2:1-Sieg in Kasachstan
- Türkei weiter im Rennen, Spanien muss zittern
- Portugal nach 0:0 in Russland fast qualifiziert
·Der große Rückblick
auf die WM-Quali 2006
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& qualifizierten Nationen
Während Europameister Griechenland im Kampf um ein Ticket für die WM-Endrunde mit einem 2:1-Sieg in allerletzter Sekunde einer Blamage in Kasachstan entgangen ist, hat mit Portugal der EM-Finalgegner der Griechen einen großen Schritt Richtung Deutschland 2006 getan. Die Portugiesen verteidigten mit einem als Ziel ausgegebenen torlosen Remis in Russland ihre Tabellenführung in Gruppe 3 - fünf Zähler vor den punktegleichen Slowaken und Russen.
Gegen ab der 44. Minute numerisch unterlegene Russen (Smertin sah Gelb-Rot) genügte Portugal eine disziplinierte, taktisch gute Defensivleistung um das angepeilte Ziel zu erreichen. Zwar vergab der EM-Gastgeber mit der Punkteteilung die vorzeitige WM-Qualifikation, hat aber in Heimspielen gegen Liechtenstein und Lettland im Oktober die Chance, alles klar zu machen. Das Heimspiel gegen Russland hatten die Portugiesen vor einem Jahr mit 7:1 für sich entschieden.
Die Chance, gegenüber Russland im Kampf um Platz zwei ebenso viele Zähler davonzuziehen, ließ die Slowakei, bei der die Rapid-Spieler Jozef Valachovic (bis zur 86.) und Peter Hlinka (ab der 65.) zum Einsatz kamen, jedoch in Lettland ungenutzt. Zwar gingen die Slowaken in der vom Tiroler Konrad Plautz geleiteten Partie durch Vittek in Führung (35.), Laizans glich jedoch noch aus (74.). Die slowakischen Hoffnungen auf die erste Endrunden-Teilnahme bestehen aber weiter.
Tschechen gaben sich keine Blöße
Keine Blöße gab sich Nachbar Tschechien, der dank Toren von Marek Heinz (47.), Jan Polak (52., 76.) und Milan Baros (58.) in Olmütz den erwarteten 4:1-Pflichtsieg einfuhr. Die Tschechen standen mit vier Zählern Rückstand auf die Niederlande bereits unter Siegzwang. In einem weiteren Spiel der Gruppe 1 fertigte Finnland Mazedonien mit 5:1 ab.
Griechenland zittert sich zum Pflichtsieg
Die Griechen liefen in Alma Ata hingegen ab der 53. Minute einem Rückstand nach, feierten beim punktlosen Schlusslicht aber dennoch ihren ersten Bewerbsspielsieg seit dem 30. März (2:0 gegen Albanien). Nachdem Giannakopoulos ausgeglichen hatte (78.), gelang dem eingewechselten Liberopoulos in der dritten Minute der Nachspielzeit der entscheidende Treffer. Die Kasachen waren zu diesem Zeitpunkt nur noch zehn Mann, beim Schlusspfiff sogar nur noch zu neunt.
"Erst nachdem wir ein Tor kassiert haben, sind wir aufgewacht", erklärte Rehhagel, der bei seinen gelungenen Wechseln "auch Glück" ortete. Zu einer Prognose ließ sich der EM-Held nicht hinreißen: "Wir gehen unseren Weg zur Endrunde Schritt für Schritt."
Türkei nach 1:0 in Ukraine weiter im Quali-Rennen
Die Türkei hat das Rennen um einen Platz bei der WM 2006 in Deutschland offen gehalten. Der WM-Dritte von 2002 setzte sich in Gruppe 2 der Europa-Qualifikationszone beim bereits fix qualifizierten Gruppensieger Ukraine in Kiew dank eines Tores von Tümer Metin (55.) mit 1:0 (0:0) durch und behauptete Platz zwei. Europameister Griechenland liegt bei einem Spiel weniger jedoch nur zwei Zähler zurück, auch Dänemark hat noch Chancen.
Die Ukrainer, die erstmals zu einer WM-Endrunde fahren und bereits vor dem Anpfiff von ihren Fans gefeiert wurden, fanden zwar noch einige gute Ausgleichschancen vor, bezogen aber dennoch die erste Heimniederlage in einem Pflichtspiel seit 2. September 2000. Damals hatte man sich zu Hause Polen mit 1:3 geschlagen geben müssen - eine Erfahrung, die im Vorjahr auch Österreich in Wien gemacht hatte.
Italien, Niederlande liegen im WM-Plan
Wie Portugal und Polen ist auch Italien nur noch rein rechnerisch von einem Platz bei der WM-Endrunde 2006 in Deutschland zu verdrängen. Dem 1:1 am Samstag in Schottland ließen die Italiener am Mittwoch einen überzeugenden 4:1-(3:1)-Erfolg nach Rückstand in Weißrussland folgen. Fiorentina-Angreifer Luca Toni, der gemeinsam mit Gilardino und Totti stürmte, steuerte dazu drei Tore bei (6.,14.,55.). "Ein großartiger Abend", sagte der Matchwinner. "Wir haben gezeigt, dass wir es noch können", befand Italiens Teamchef Marcello Lippi und sprach von einem "sehr wichtigen Schritt".
Die Italiener führen vor den beiden ausständigen Spielen bereits fünf Zähler vor Norwegen, weil die Skandinavier überraschend zu Hause Schottland mit 1:2 (0:1) unterlagen. Damit sind auch die Schotten dank des Doppelpacks von Wolverhampton-Stürmer Kenny Miller (21., 31.), der schon im Testspiel im August in Graz gegen Österreich (2:2) getroffen hatte, wieder im Rennen um Platz zwei. Ebenso wie Slowenien (2:1 in Moldawien) fehlen den Schotten nur noch zwei Punkte auf Norwegen.
In Gruppe 8 ließ Kroatien sensationell Punkte auf Malta liegen. Der Tabellenführer musste sich beim Schlusslicht nach 1:0-Führung durch Teamchef-Sohn Nico Kranjcar (19.) mit einem mageren 1:1 begnügen. Steve Wellman glich nicht einmal unverdient per Freistoß für die Malteser aus (75.). Kroatische Fans ließen ihrem Frust daraufhin freien Lauf, warfen Sitze und attackierten Polizisten. Noch dazu schlug Schweden mit einem 1:0-Erfolg in Ungarn aus dem Umfaller Kroatiens Kapital, Ibrahimovic schoss die Skandinavier in der Nachspielzeit an die Tabellenspitze.
Für das Tor des Tages sorgte aber der Niederländer Rafael van der Vaart. Den sonst wenig glanzvollen 4:0-Erfolg gegen Andorra leitete der HSV-Stürmer mit einem herrlichen Heber aus der Drehung nach perfekter Ballannahme ein (23.). Van Nistelrooy traf zwei Mal (43., 88.), vergab aber auch einen Elfmeter (83.). Nichtsdestotrotz sind die Niederländer vier Punkte vor Tschechien bereits mit einem Bein bei der WM. Die kleine Chance darauf wahrte Dänemark in der spannungsgeladenen Gruppe 2 mit der Türkei und Griechenland mit einem überzeugenden 6:1 (Doppelpack von Jungstar Sören Larsen) gegen Georgien.
Henry erlöste Frankreich - 1:0 in Irland
Frankreich hat den Bann gebrochen und als erstes von vier Teams, die in Gruppe 4 noch um die WM-Qualifikation spielen, einen direkten Konkurrenten besiegt. Die Franzosen machten mit einem 1:0-Auswärtssieg über Irland einen wichtigen Schritt Richtung Endrunde. Die bisherigen neun Duelle zwischen Leader Schweiz (3:1 auf Zypern), Frankreich, Irland und Israel (2:0 auf den Färöern) hatten allesamt remis geendet.
Arsenal-Kapitän Thierry Henry erlöste die "Grande Nation" mit einem herrlichen Schlenzer ins rechte Eck (68.). Am 8. Oktober steigt nun in Bern das Spitzenduell zwischen der Schweiz und Frankreich, das über den Gruppensieg entscheiden könnte. Allerdings müssen auch die Eidgenossen noch nach Dublin.
Spanien gegen Serbien nur 1:1
Spanien hat trotz hervorragender Leistung den Sprung an die Tabellenspitze der Gruppe 7 verpasst. Die Iberer mussten sich in einem ebenso hochklassigen wie emotionsgeladenen Spitzenspiel gegen Serbien-Montenegro mit einem 1:1 (1:0) begnügen. Kapitän Raul brach zwar in der 19. Minute die Torsperre der Serben, die bis dahin in 649 Minuten der WM-Qualifikation keinen einzigen Gegentreffer erhalten hatten. Einen folgenschweren Fehler von Keeper Casillas nützte Kezman allerdings zum Ausgleich. Er fälschte einen Stankovic-Schuss entscheidend ab (69.).
Mit 55.000 Fans im ausverkauften Estadio Vicente Calderon in Madrid im Rücken waren die Spanier bis dahin die klar überlegene Mannschaft, blieben aber unbelohnt. Stattdessen vergab Kezman sogar den Matchball. Obwohl der Atletico-Madrid-Stürmer in seinem neuen Heimstadion das Tor verfehlte, führen die Serben weiterhin zwei Zähler vor Spanien. Schon gegen Bosnien-Herzegowina, das nach einem 1:0 in Litauen nur einen Punkt hinter den Iberern Dritter ist, hatten sich die Spanier zu Hause ein 1:1 erzittert. Marchena hatte erst in der 97. Minute ausgeglichen. (apa/red)
