Minardi-Übernahme: Stoddart spricht nach Red-Bull-Verkauf vom "Ende einer Ära"
- "In der neuen Ära heißen die Privatiers Red Bull"
- Horner: "Minardi wird nicht wiederzuerkennen sein"
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Minardi-Teamchef Paul Stoddart hat einen Tag nach dem Verkauf seines Teams an Red-Bull-Multimilliardär Dietrich Mateschitz "vom Ende einer Ära" gesprochen. Schließlich haben seit Saisonende 2004 gleich vier Rennställe ihre Besitzer gewechselt. Mateschitz hatte bereits im November 2004 Jaguar übernommen, Eddie Jordans Team war im Jänner an den russisch-kanadischen Milliardär Alex Shnaider gegangen, und im Juni hatte Peter Sauber dem Verkauf seines Rennstalls an BMW zugestimmt.
"Das ist ein trauriger Tag für die Formel 1, wenn die Privatiers wirklich verschwinden, aber ich glaube, wir stehen am Beginn einer neuen Ära, in der die Privatiers Red Bull heißen und sehr kapitalkräftig sind", betonte Stoddart am Sonntag. "Sie können fast dasselbe wie die Werksteams erreichen, weil sie über die nötigen Finanzmittel verfügen."
Der Australier kündigte aber auch an, dass er der Formel 1 trotz des Verkaufs in irgendeiner Form wohl erhalten bleiben werde. "Ich denke nicht, dass ich es ohne Boxengasse aushalte. Ob ich als Berater dem Team weiter zur Verfügung stehen werde, ist zwar noch nicht entschieden, aber ich glaube eher nicht", meinte Stoddart, den eine Sache ganz besonders traurig stimmt, nämlich dass der Name Minardi wohl aus der Königsklasse des Motorsports verschwinden werde.
"Das ist für mich das Traurigste, doch man muss, so Red Bull diesen Schritt setzen sollte, eine solche Entscheidung respektieren. Da ist es schon wichtiger, dass meinem Personal und Team eine finanziell gesicherte Zukunft garantiert ist. Und ich bin sicher, dass Red Bull es schaffen wird, mit diesem Team mehr zu erreichen, als ich es mit meinen limitierten Mitteln jemals imstande gewesen wäre. Alleine wenn man sieht, was Red Bull aus Jaguar gemacht hat, dann bin ich zuversichtlich, dass sie auch mein Team auf ein höheres Level bringen!"
Dies glaubt auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug: "Red Bull hat das Maximum aus Jaguar herausgeholt und ist auf dem richtigen Weg", betonte der Schwabe in einem ORF-Fernseh-Interview. "Es kann also nur gut sein, dass dieser positive Teamgeist nun noch auf ein zweites Team übertragen wird."
Und der aktuelle dritte Red-Bull-Pilot Vitantonio Liuzzi begrüßte natürlich ebenfalls den Schritt, dass "Red Bull bzw. Herr Mateschitz jetzt vier Autos hat. Natürlich hoffe ich, dass ich in der kommenden Saison weiter für das Red-Bull-Team fahren kann. Doch ich bin mit jeder Entscheidung, die die Teamführung treffen wird, zufrieden. Wichtig ist nur, dass ich in der Formel 1 bleiben und gute Resultate erzielen kann", sagte der Italiener.
Red-Bull-Teamchef Horner betonte, dass von der Struktur her Red Bull Racing und das Minardi-Team zwei völlig getrennte Rennställe sein werden. "Das ist gut für Minardi und die Red-Bull-Nachwuchsfahrer. Das Ziel des Red-Bull-Teams ist es ja, ganz an die Spitze zu kommen. Minardi wird dagegen unsere Basis für talentierte Nachwuchsfahrer sein", erläuterte der jüngste Teamchef im F1-Zirkus.
Gleichzeitig versprach Horner aber auch, dass "Minardi nicht wiederzuerkennen sein wird. Es gibt bei Minardi sehr gute Leute, und mit der richtigen Unterstützung von Red Bull wird das Team einen großen Sprung nach vorne machen."
(apa)
