Montag, 5. September 2005

Red Bull fehlte in Monza der Speed: Klien und Co. bei Italien Grand Prix nur Statisten

  • Klien 13., Coulthard 15. - Fünfter Nuller der Saison
  • Minardi-Boss Stoddart bestätigt Kontakte mit RBR

Red Bull Racing hat am Sonntag auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Monza der Speed gefehlt - beim 14. Formel-1-Grand-Prix-Einsatz (in den USA nicht am Start) gab es daher zum fünften Mal einen Nuller. "Wir waren nicht stark genug, uns fehlte die Geschwindigkeit. Das war leider ein Rennen zum Vergessen", analysierte Teamchef Christian Horner nach Rang 13 für Christian Klien und Platz 15 für David Coulthard.

"Vielleicht war ich beim Start übervorsichtig, ich wollte meinen Frontflügel nicht beschädigen", meinte Klien, der noch nicht weiß, ob er auch am kommenden Wochenende in Belgien fahren darf. Die Entscheidung darüber könnte Dienstag bekannt werden. Es ist nicht auszuschließen, dass der Vorarlberger auch noch am Sonntag in Spa fahren kann und Tonio Liuzzi dann den Rest der WM bestreitet. Längst fix ist, dass es 2006 dann keine Rotationen mehr geben wird. "Heuer mussten wir erst mal sehen, was die Piloten drauf haben", so RB-Sportdirektor Helmut Marko.

In Monza konnte sich Klien nicht wirklich auf seinen RBR-Boliden verlassen. Das Wetter torpedierte die Reifen-Entscheidung, "Zuerst gab es Probleme mit dem Übersteuern, dann kamen die Hinterreifen hinzu", so Klien. Trotz allem hat die Mateschitz-Truppe Platz sechs in der Mannschafts-WM gehalten, dieser Rang ist nun auch das erklärte Saisonziel von Red Bull.

Minardi-Boss Paul Stoddart hat im Rahmen des Italien-Wochenendes Kontakte zu Red-Bull-Racing bestätigt. Details wollte der Australier, dessen Team unter Umständen zum Verkauf steht, nicht verraten, Stoddart meinte jedoch zur APA: "Mit Coulthard, Klien, Liuzzi und Speed haben sie vier Fahrer, aber nur zwei Plätze. Dass Red Bull dann mit Minardi oder Jordan über verschiedene Sachen spricht, ist nicht ungewöhnlich."

Auch RBR-Sportdirektor Helmut Marko äußerste sich zur möglichen Partnerschaft Minardi-Red Bull: "Irgendetwas muss sich Red Bull einfallen lassen, damit die jungen Piloten unterkommen. Es gibt intensive Gespräche mit Minardi, wir sprechen aber zunächst über Fahrer-Plätze."

Stoddart ist laut Stoddart mittlerweile beim potenziellen Käufer Nummer 41 angekommen. "Bei der Nummer 50 werde ich ein Buch schreiben", nimmt es der Boss des kleinsten Teams mit Humor. Weniger witzig findet er es, wenn unseriöse Verhandlungspartner erscheinen. "Ich habe es teilweise mit unfassbaren Zeitverschwendern zu tun. Nur leider ist mein Leben sehr stressig und für so etwas habe ich keine Zeit."

Red Bull zählt jedoch laut Stoddart nicht zu diesen "Zeitverschwendern". "Wenn Red Bull oder Eddie Irvine kommt, ist das natürlich etwas anderes. Dann ist das seriös." Nach wie vor gilt sein Grundsatz: "Seit dem 11. September 2001 und der Erkenntnis, welchen Schaden dieser Tag in der Welt angerichtet hat, hat sich an meiner Aussage nichts geändert: Wenn jemand kommt, der das Team besser als ich führen kann, dann denke ich über einen Verkauf nach."

Bis es irgendwann so weit ist, hat der Minardi-Boss aber noch viel vor, sein Tatendrang ist ungebrochen: "Wir operieren nach wie vor mit zehn Prozent des Budgets von manchen Topteams. Aber dieses Geld stecken wir ins Testen und in den Windkanal. Im Winter werden wir mehr testen als je zuvor, 2006 könnten wir zur großen Überraschung werden."

(apa/red)

5.9.2005 13:05
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts