100 Milliarden Dollar Schaden: Hurrikan
"Katrina" kommt die USA teurer als 9/11
- Steuersenkung & Defizitreduktion kommt ins Wanken
Die wirtschaftlichen Folgen des verheerenden Hurrikans "Katrina" werden die Kosten der Terroranschläge vom 11. September 2001 für das Budget um ein Vielfaches übersteigen. Dies erwartet der Vorsitzende des Budgetkomitees im US-Senat, der republikanische Senator Judd Gregg. Den Steuersenkungs- und Defizitreduktionsplänen von US-Präsident George W. Bush für seine zweiten Amtsperiode könnte die Naturkatastrophe damit einen Strich durch die Rechnung machen.
Alleine die Hilfs- und Evakuierungsbemühungen für die Menschen in der am meisten betroffenen Region von New Orleans kosten täglich rund 700 Mio. Dollar (562 Mio. Euro). Die Gesamtkosten des Hurrikans könnten sich für das US-Budget letztlich auf bis zu 100 Mrd. Dollar belaufen, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf Regierungsvertreter. Der demokratische Senator Harry Reid sieht sogar bis zu 150 Mrd. Dollar zusätzlicher Kosten für das US-Budget als Folge der verheerenden Naturkatastrophe. Zum Vergleich: Nach den Anschlägen vom September 2001 erhielt New York City 21 Mrd. Dollar aus dem Bundeshaushalt.
Defizit-Senkung in Gefahr
Damit werden die Bemühungen der US-Regierung, das Defizit von 412 Mrd. Dollar im Jahr 2004 in den nächsten Jahren zu senken und die Steuerermäßigungen um rund 70 Mrd. Dollar dauerhaft zu verankern, torpediert. Bereits am Montag haben die Republikaner im Senat ihre Pläne zur Abstimmung über die Abschaffung der Erbschaftssteuer verschoben. Die Eliminierung der Erbschaftssteuer würde dem reichsten 1 Prozent der Amerikaner zu Gute kommen und dem US-Budget jährlich rund 70 Mrd. Dollar kosten.
Schlechteste Zeit für Steuersenkkungen
Die US-Regierung will das Budgetdefizit in den nächsten vier Jahren halbieren und die Steuersenkungen, die in den Jahren 2001 und 2003 beschlossen wurden, dauerhaft machen. Die oppositionellen Demokraten sehen aber jetzt ausgerechnet die schlechteste Zeit für Steuersenkungen für die Reichsten und Einschnitte ins soziale Netz der Ärmsten. Ab Mitte September werden im US-Kongress die Steuerpläne diskutiert. Angesichts der neuen Budgetbelastungen durch den Hurrikan, die Kosten des Irak-Einsatzes und einer jüngst wieder abgeschwächten US-Konjunkturentwicklung sind spannende Debatten zu erwarten. (apa)
