Hurrikan "Katrina": In Not geratene Österreicher wollen in New Orleans bleiben
- Familie Hosek fühlt sich in ihrer Unterkunft sicher
Die beiden in Not geratenen Auslandsösterreicher Stefanie und Manfred Hosek wollen nun doch in New Orleans bleiben. Wie das Ehepaar vor österreichischen Journalisten, die sie am Mittwoch in ihrer Unterkunft "Lambet House" antrafen, erklärte, fühle es sich in ihrer Nachbarschaft wieder sicher. In der Nacht auf Dienstag (Ortszeit) hatte die gebürtige Kärntnerin über ihre Schwester einen Notruf abgesetzt, der die österreichischen Behörden erreichte.
Am Mittwochvormittag zeigte sich das Ehepaar um einiges entspannter. In der Nacht auf Dienstag seien mehrere Schüsse abgefeuert worden, aber das Militär sei sofort da gewesen, schilderte die Frau. Auch selbst sei man tätig geworden: "Wir als Private sind durchmarschiert mit unseren Pistolen und Gewehren und wir patrouillieren alles."
Die beiden fühlen sich wieder sicher in ihrer Nachbarschaft, versicherte Stefanie Hosek: "Es waren fünf Minuten Angst, aber ansonsten: 'Wir bleiben.'", meinte die Frau. "Ich arbeite sehr gerne hier. Ich bin hier seit sieben Jahren", fügte sie hinzu. "Wir wollen das ganze aussitzen", bekräftigte auch ihr Mann.
Wegen der angeblichen Räumungspläne der Stadt blieb das Ehepaar bis auf weiteres in dem Hotel, obwohl sie eigentlich nach ihrem Privathaus, das in einem anderen Stadtviertel steht, sehen wollten: "Wie wir gehört haben, soll die ganze Stadt evakuiert werden. Wir werden also noch einen Tag abwarten und schauen, wie die Situation ist", meinte Manfred Hosek.
Insgesamt sind von den sonst über 220 Leuten nur mehr fünf Personen in dem Hotel verblieben. Sie verfügen über Essen und einen Stromgenerator, erklärte die Frau. Auch die Lage in der umliegenden Gegend scheint wenig kritisch: Das Hochwasser ist nicht dort hin vorgedrungen, auch die Zerstörungen halten sich in dem großteils verlassenen Nobelviertel in Grenzen.
Am Mittwochnachmittag herrschte kurz Aufregung im "Lambet House": Eine Patrouille der Bundesbehörden wollte das Hotel durchsuchen, nachdem ein Polizist aus der Nachbarschaft gemeldet hatte, ein Unbekannter habe sich in das Haus geschlichen.
Obwohl sowohl die österreichischen als auch die amerikanischen Behörden es lieber sehen würden, wenn sich die Verbliebenen aus der Stadt entfernten, pochen die Hoseks darauf, sicher zu sein: "Die kommen da jede 20 Minuten und patrouillieren überall. Wir sehen hier keine Probleme, ehrlich", erklärte der Mann.
Wirkliche Angst habe man beim Eintreffen des Hurrikans "Katrina" gehabt, berichtete Manfred Hosek: "Das war ein Heulen, ein Pfeifen, ein Toben und ein Sausen. Du hast gedacht, die ganze Welt bricht nieder." Der gebürtige Oberösterreicher, der aus Steyr stammt, und seine Kärntner Ehefrau aus Traundorf leben seit 1981 in New Orleans.
Die beiden Beamten des Bundeskriminalamtes (BK), die von Houston aus seit Samstag nach in Not geratenen Österreichern suchen, hatten die Nachricht von dem Notruf des Paares erhalten und die amerikanischen Behörden alarmiert. "Die Frau hat ihrer Schwester gesagt, 'Wir sind im vierten Stock, im letzten Winkel, weil unten geschossen wird, die Situation ist sehr gefährlich'", sagte Peter Aschenbrenner vom BK am Mittwoch. Daraufhin hatten die Beamten die amerikanischen Stellen benachrichtigt, damit diese die Österreicher evakuieren. (apa)
