Mittwoch, 7. September 2005

Neueste Umfrage aus Deutschland: Union und FDP haben absolute Mehrheit verloren!

  • Sonntagsfrage: Schwarz & Gelb verlieren 2 Punkte
  • SPD legte nach TV-Duell um drei Prozentpunkte zu

Bundeskanzler Gerhard Schröders Erfolg beim Fernsehduell mit Angela Merkel droht die schon sicher geglaubte Mehrheit für Union und FDP bei den kommenden deutschen Bundestagswahlen wieder in Gefahr zu bringen. Nach einer am Mittwoch veröffentlichen Forsa-Umfrage für "Stern" und RTL hat die SPD mächtig aufgeholt, so dass es erstmals seit Wochen nicht mehr für eine schwarz-gelbe Regierung reichen würde.

Stattdessen hätten SPD, Grüne und Linkspartei eine Mehrheit. Da diese nicht zusammen regieren wollen, wäre somit eine Große Koalition aus CDU/CSU und SPD die wahrscheinlichste Lösung. Die Befragung von insgesamt 1.030 Bundesbürgern erfolgte am Montag und Dienstag, also unmittelbar nach dem Fernsehduell vom Sonntagabend, das Schröder den Blitzumfragen zufolge klar gewonnen hat.

Danach legte die SPD laut Forsa um drei Prozentpunkte von 31 auf 34 Prozent zu. CDU/CSU verloren dagegen einen Punkt und liegen jetzt bei 42 Prozent. Auch die FDP sank von sieben auf sechs Prozent, so dass Union und Liberale zusammen nur noch auf 48 Prozent kommen. Die Grünen blieben unverändert bei sieben Prozent, die Linkspartei Gregor Gysis und Oskar Lafontaines sank um einen Punkt auf acht Prozent.

Damit liegen SPD, Grüne und Linkspartei zusammen bei 49 Prozent und damit erstmals seit Wochen wieder einen Punkt vor der Wunschkoalition von Merkel und FDP-Chef Guido Westerwelle. Bei den Kanzlerpräferenzen konnte sich nach dem TV-Duell allerdings auch Merkel um einen Punkt verbessern, Schröder jedoch um vier Prozentpunkte. Mit insgesamt 48 Prozent liegt der Bundeskanzler damit jetzt 17 Prozentpunkte (Vorwoche: 14 Punkte) vor seiner Herausforderin.

Forsa-Chef Manfred Güllner kommentierte: "Es ist der SPD offensichtlich gelungen, auf Grund des guten Eindrucks von Gerhard Schröder beim TV-Duell einen Teil der bislang unentschlossenen SPD-Wähler wieder zurückzuholen." Wenn sich diese Entwicklung stabilisiere, werde es knapp für Schwarz-Gelb.

Eine Umfrage des Emnid-Instituts für die "Berliner Morgenpost" ergab ebenfalls einen deutlichen Aufwärtstrend für die SPD, danach würde es aber dennoch weiter ganz knapp für Union und FDP reichen. Allerdings wurde diese Befragung von 4.058 Wahlberechtigten vom 29. August bis 5. September vorgenommen, so dass nur der letzte Tag in die Zeit nach dem Fernsehduell fiel.

Danach verbesserte sich die SPD von 30 auf 32 Prozent, während CDU/CSU unverändert bei 42 Prozent blieben. Auch FDP und Grüne kamen in der Umfrage wie in der Vorwoche wieder auf sieben Prozent, während die Linkspartei einen Punkt verlor und bei neun Prozent landete. Damit ergäbe sich ein Vorsprung von 49 zu 48 Prozent für Union und FDP.

Schröder will 38 Prozent
Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder hat 38 Prozent für die SPD als Ziel für die Bundestagswahl ausgegeben. Zu einer aktuellen Forsa-Umfrage, nach der die Sozialdemokraten auf 34 Prozent kommen, sagte er am Mittwoch in einem n-tv-Interview, er habe sich vorgenommen, "jetzt noch vier Prozent draufzulegen in den nächsten zehn Tagen". Diese vier Prozent müsse die andere Seite verlieren.

"Dann werden wir in der Konstellation weiter arbeiten können, in der ich diese Erneuerung nach innen und die außenpolitische Positionierung Deutschlands als Friedensmacht begonnen habe", betonte der Kanzler. "Ich will das fortsetzen." (apa/red)

7.9.2005 12:32