Erstschlag gegen feindliche Angriffe: USA erwägen Änderung der Atomwaffendoktrin
- Kommandanten sollen Einsatz beantragen können
- Präventivmaßnahme gegen Angriff mit Bio-Waffen
Das US-Verteidigungsministerium erwägt eine Änderung der US-Atomwaffendoktrin, um mit einem atomaren Erstschlag feindlichen Angriffen mit Massenvernichtungswaffen zuvorkommen zu können. Kommandanten soll es möglich sein, in verschiedenen Fällen beim Präsidenten den Einsatz von Atomwaffen beantragen zu können, heißt es in dem Entwurf, der am Wochenende auf mehreren Websites zu lesen war.
Darunter sei ein bevorstehender Angriff mit biologischen Waffen, der nur mit Atomwaffen sicher verhindert werden könne. Sollte die Doktrin in Kraft treten, könnte das Militär zudem Atomwaffen gegen eine potenziell überlegene Streitmacht konventioneller Art einsetzen. Ebenso komme ein Einsatz zur Abschreckung in Frage. Dem Dokument zufolge betreiben zahlreiche terroristische und kriminelle nichtstaatliche Organisationen sowie etwa 30 Länder Programme für Massenvernichtungswaffen.
Ein Sprecher der Behörde sagte, der Entwurf sei noch nicht Verteidigungsminister Donald Rumsfeld vorgelegt worden. Auf der Website des Ministeriums selbst war es zunächst als nicht verfügbar aufgelistet. (apa)
