Tausende Menschen am Ground Zero: Große
Trauer am 4. Jahrestag vom 11. September!
- Geschwister verlasen die Namen sämtlicher Toten
- Bush gedachte der Terroropfer vor dem Weißen Haus

Mit Schweigeminuten, Glockengeläut und Gedenkreden sind am Sonntag die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA geehrt worden. In New York versammelten sich Tausende Menschen, darunter die Angehörigen der 2.749 dort Getöteten, zu einer Trauerfeier am Gelände des ehemaligen World Trade Centers. Geschwister verlasen die Namen sämtlicher Opfer. Auch in anderen Teilen der Welt wurde der Toten gedacht.
Die erste Schweigeminute um 08.46 Uhr New Yorker Zeit (14.46 Uhr MESZ) markierte den Moment, als das erste von Terroristen entführte Passagierflugzeug ins World Trade Center raste. Nach der zweiten Schweigeminute um 09.03 Uhr (15.03 Uhr MESZ), dem Zeitpunkt des zweiten Flugzeugeinschlags, begann das Verlesen der alphabetischen Liste mit dem Namen Gordon Aamoth, einem Angestellten bei einer damals im World Trade Center ansässigen Investmentbank. Viele Angehörige hielten Bilder der Opfer in die Höhe.
Im vergangenen Jahr hatten Eltern und Großeltern die Namen verlesen, im Jahr 2003 hatten dies Kinder übernommen. Diesmal waren die Geschwister an der Reihe, die in insgesamt 320 Paaren auftraten. Darunter waren Cynthia, John, Jane und Neil Olson, die ihren Bruder Jeffrey bei den Anschlägen verloren. "Unsere Familie ist an diesem Tag gestorben", sagte ihre Mutter Carol. "Wir vermissen ihn ständig, an jedem Geburtstag und an jedem Feiertag."
US-Präsident Bush und Vizepräsident Cheney begingen die erste Schweigeminute gemeinsam mit ihren Ehefrauen auf dem südlichen Rasen des Weißen Hauses. In einer Radioansprache verglich er die Terroranschläge mit der Flutkatastrophe. Im Hurrikan-Katastrophengebiet um New Orleans eingesetzte Feuerwehrleute veranstalteten eine Gedenkfeier an ihre vor vier Jahren getöteten Kollegen.
Papst Benedikt XVI. rief die Menschen auf, dem Hass zu entsagen und eine gerechte und friedliche Welt aufzubauen. "Heute erinnern wir an die Opfer terroristischer Gewalt weltweit", erklärte Benedikt in Castel Gandolfo bei Rom. (apa)
