Freitag, 9. September 2005

Ausßenministerin Plassnik bei Amtskollegin
Rice in USA: "Gemeinsam viel bewegen"

  • EU-Vorsitz soll Balkan als Schwerpunkt haben
  • Plassnik drückte Anteilnahme für Hurrikan aus

Eine zufriedene Bilanz hat Außenministerin Ursula Plassnik heute, Freitag, in Washington nach einer Unterredung mit ihrer US-Amtskollegin Condoleezza Rice gezogen. Gegenüber der APA bewertete Plassnik ihre Gespräche in den USA als "überaus positiv". Neben Rice traf Plassnik auch mit Senator Richard Lugar und dem Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Steven Hadley, zusammen.

Ziel des Besuches sei es gewesen, in "einem frühen Planungsstadium über die Themen zu sprechen, die uns während der österreichischen Präsidentschaft beschäftigen werden" sowie "die Sichtbarkeit der transatlantischen Beziehungen zu erhöhen", sagte die Außenministerin.

"Gemeinsam können wir viel positiv bewegen," sagte Plassnik laut Aussendung unter Hinweis auf die breite Palette von Themen und Anliegen, die sowohl Europa als auch die USA betreffen und die für die Zusammenarbeit während der österreichischen EU-Präsidentschaft Schwerpunkte sein werden.

"Im heurigen Gedenkjahr 60 Jahre Zweite Republik und 50 Jahre Staatsvertrag erinnern wir uns ganz besonders daran, dass der Wiederaufbau ohne den entschlossenen Einsatz der Vereinigten Staaten für Frieden und Freiheit nicht zu denken gewesen wäre," sagte Plassnik und fügte hinzu: "Jetzt helfen wir gemeinsam mit unseren Partnern in der Europäischen Union und den USA und setzen uns für Frieden und Demokratie ein."

Gemeinsame Anliegen, die besprochen wurden, sei unter anderem die Zusammenarbeit auf dem Balkan gewesen. Dabei betonte die Außenministerin, dass allen Ländern des Balkans eine "europäische Perspektive geboten werden müsse". Sie sehe dabei kein Problem in Bezug auf die Aufnahmefähigkeit der Europäischen Union.

Weiters wurde die Zusammenarbeit im Rahmen des Nahost-Quartetts (USA, UNO, EU, Russland) sowie die gemeinsame Bekämpfung des Terrorismus besprochen. Plassnik lud ihre US-amerikanische Amtskollegin zu einer im November in Wien stattfindenden Konferenz zum Thema "Islam in einer pluralistischen Welt" ein.

Außerdem bestätigte die Außenministerin, dass Präsident Gorge W. Bush aller Wahrscheinlichkeit nach anlässlich der EU-Ratspräsidentschaft nach Österreich kommen wird, um an dem transatlantischen Gipfeltreffen EU-USA teilzunehmen. Details wurden zunächst nicht geäußert.

Plassnik drückte Condoleezza Rice auch nochmals ihre Anteilnahme für die Hurrikankatastrophe aus. Rice bedankte sich für die angebotene österreichische Unterstützung: "Die Ereignisse der letzten Tage haben leider gezeigt, dass wir alle verletzbar sind. Daher habe ich meiner Amtskollegin vorgeschlagen, unsere gemeinsamen Erfahrungen zu nutzen, um den betroffenen Menschen rasch und wirksam zu helfen."

Rice outete sich während des Treffens übrigens als großer Fan von Wolfgang Amadeus Mozart. Die ausgebildete Pianistin habe ihr "während des sehr herzlich verlaufenen Gespräches" in Washington "von ihrer nie nachlassenden Begeisterung für Mozart erzählt", berichtete Plassnik.

Rice, deren Vorname sich von der musikalischen Vortragsanweisung "con dolcezza" (mit Sanftmut) ableiten soll, hat - wie Mozart - schon im zarten Kindesalter zu musizieren begonnen. Mit drei Jahren begann sie mit dem Klavierspiel. Als Kind gewann sie mehrere Wettbewerbe und wollte sogar einmal Konzertpianistin werden.

(apa)

9.9.2005 08:42