Messner in NEWS: "Ich trage emotionale Schuld, wir hätten beide sterben müssen"
- Das erste Interview nach dem Fund seines Bruders
- Messner rechnet mit Expeditionsteilnehmern ab

·Leiche von Messners Bruder identifiziert
DNA-Tests sollen letzte Zweifel ausräumen
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Auf dem 8.125-m-Berg starb Günther Messner
·Nanga Parbat: Infos über "Schicksalberg"
Achttausender führt die "Todesstatistik" an
Gut 35 Jahre nach dem tödlichen Unfall am Nanga Parbat im Himalaya hat Extrembergsteiger Reinhold Messner am Sonntag in Pakistan die Identifizierung seines Bruders Günther bestätigt. Proben der Überreste des Leichnams seien für DNA-Tests nach München und Österreich geschickt worden, teilte der 60-Jährige mit.
Ende August stieß Reinhold Messner am Nanga Parbat auf die sterblichen Überreste seines Bruders Günther, der vor 35 Jahren während einer Expedition auf den pakistanischen 8.125-Meter-Gipfel ums Leben gekommen war. In NEWS rechnet der Südtiroler Alpinist nun mit jenen Expeditionsteilnehmern ab, die ihm vorhielten, seinen höhenkranken Bruder aus Rekordgier seinem Schicksal überlassen zu haben.
"Genauso wie diese Menschen mit mir haben es die Deutschen mit den Juden gemacht", so Messner in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins. "Sie haben einfach jemanden an den Rand gestellt und gesagt, dass ist ein Brudermörder, ein Mensch, der seinen Bruder aus Ehrgeiz geopfert hat, der selbst über die andere Seite abgestiegen ist und seinen Bruder über die Aufstiegsseite zurückgeschickt hat." Messner weiter: "Diese selbsternannten Schafsköpfe, die das behauptet haben, werden jetzt vorgeführt wie arme Betrüger, Lügner und Verbrecher - denn auch Rufmord ist ein Verbrechen."
Messner, der sämtliche Vorwürfe stets strikt von sich wies, sieht sich nun durch die Fundstelle bestätigt: Kleidungsstücke und Leichenteile Günther Messners wurden nur unweit jener Stelle gefunden, an der Reinhold Messner selbst vor 35 Jahren entkräftet von Helfern aufgegriffen wurde.
Im NEWS-Interview spricht Messner auch erstmals über die Schuld, die ihn selbst am Tod seines Bruders trifft: "Das ist keine moralische Schuld sondern eine emotionale. Die Schuld besteht nur in dieser einen Frage: Warum habe ich es überlebt? Ich betrachte das als Ungerechtigkeit. Das ist vergleichbar mit den Gewissensbissen jener Juden, die den Holocaust überlebt haben: Warum habe ich diese reine Hölle überlebt, und die anderen sind zu Millionen unter fürchterlichen Umständen gestorben? Im Grunde hätten mein Bruder und ich sterben müssen.
Das ganze Interview lesen Sie im aktuellen NEWS!
