Dienstag, 6. September 2005

147 Tote bei tragischem Flugzeugabsturz in Indonesien: Experten untersuchen Wrack

  • Gefundene Black Box wird in den USA ausgewertet
  • Maschine stürzte gleich nach Start in ein Wohngebiet

Nach dem Absturz eines indonesischen Passagierflugzeugs auf ein Wohngebiet in der Stadt Medan auf Sumatra am Montag liegen am Tag darauf die Untersuchungen zur Unglücksursache auf Hochtouren. Vor allem verspreche man sich von der Auswertung des Flugschreibers Aufschlüsse, sagte der indonesische Verkehrsminister Hatta Radjasa am Dienstag im Rundfunk. Ein indonesischer Ermittler berichtete in der Online-Ausgabe der Zeitung "Koran Tempo", möglicherweise habe ein Triebwerksdefekt zu der Katastrophe beigetragen. Die indonesische Regierung gab die Zahl der Todesopfer mit 149 an.

Die Boeing 737 der Billigairline Mandala mit 117 Menschen an Bord war kurz nach dem Start in der Großstadt Medan im Norden der Insel Sumatra auf ein dicht besiedeltes Viertel gestürzt und explodiert. Dabei wurden auch Dutzende von Häusern und Autos zerstört. Nach Angaben des Verkehrsministers überlebten 15 Flugzeuginsassen das Unglück, darunter eine 31 Jahre alte Mutter und ihr 6 Jahre alter Sohn. Am Boden starben mindestens 47 Menschen. Am Montag hatte der Polizeichef von Medan noch von 166 Todesopfern gesprochen.

Nach den Worten des indonesischen Verkehrsministers werden die Untersuchungen aber Zeit brauchen. Der Ermittler sagte, der Flugschreiber werde von Experten in den USA, Taiwan oder Australien ausgewertet. Die Triebwerke sollen zu einer genaueren Untersuchung in eine indonesische Flugzeugwerft gebracht werden. Der Experte schloss einen terroristischen Hintergrund das Absturzes klar aus.

Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono flog am Dienstag nach Medan, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Zugleich wollte er dem Gouverneur der Provinz Nord-Sumatra, der ebenfalls ums Leben gekommen war, die letzte Ehre erweisen.

Die nicht identifizierten Todesopfer werden verbrannt und in einem Massengrab beigesetzt. Ein Sprecher der Provinzregierung in Nord-Sumatra sagte am Dienstag, eine Identifikation aller Opfer per DNA-Analyse werde zu lange dauern. Daher habe die Regierung beschlossen, die bis Mittwochmittag nicht identifizierten sterblichen Überreste zu verbrennen. Bis zum Dienstagnachmittag war es den Gerichtsmedizinern im Adam-Malik-Krankenhaus der Provinzhauptstadt Medan gelungen, 85 der 150 Todesopfer zu identifizieren. Das Massengrab soll nach Angaben des Sprechers in der Nähe eines weiteren Grabs mit den Opfern eines Flugzeugabsturzes von 1996 ausgehoben werden.

Die Katastrophe vom Montag gilt als das schwerste Flugzeugunglück in Indonesien seit acht Jahren. Im September 1997 war ein Airbus der staatlichen Fluggesellschaft Garuda in einer bergigen Gegend nahe Medan zerschellt. Alle 222 Passagiere und 12 Besatzungsmitglieder starben.

(apa)

6.9.2005 08:58