Geringe Zustimmung in Österreich: Nur jeder Zehnte für EU-Beitritt der Türkei
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Nur jeder zehnte Österreicher ist für einen EU- Beitritt der Türkei. Das geht aus einer Eurobarometer-Umfrage hervor, die am Montag von der Vertretung der Europäischen Kommission in Wien präsentiert wurde. Damit ist die Zustimmung zu einer Aufnahme der Türkei in Österreich am geringsten unter den 25 Mitgliedstaaten. Im EU-Durchschnitt wollen 35 Prozent das Land am Bosporus in der EU sehen.
Die Befürwortung eines EU-Beitritts der Türkei in Österreich ist demnach seit 2002 um 17 Prozent gesunken. Knapp mehr als 80 Prozent lehnen diesen derzeit ab. Niedrig fallen die Werte für die Türkei noch in Zypern (16 Prozent) sowie in Deutschland und Frankreich (jeweils 21 Prozent) aus.
Verena Ringler, die Autorin des Österreich-Reports der Eurobarometer-Umfrage, führte die Werte bei der Präsentation des nationalen Berichts darauf zurück, dass erwartete Auswirkungen eine möglichen Türkei-Beitritts, die anderswo positiv gesehen würden, im Meinungsbild der Österreicher nicht wirklich zum Tragen kämen. Ringler nannte dazu u.a. die geostrategische Bedeutung der Türkei oder die erhoffte "islamisch-europäische Werteverständigung".
Anders sieht es in puncto einer Vollmitgliedschaft für Kroatien aus. Mit 45 Prozent liegt die Zustimmung weitaus höher als bei der Türkei, wenn aber auch hier unter dem europäischen Schnitt von 52 Prozent. Das Plädoyer von Bundespräsident Fischer und der Regierung für Zagreb "hebe die Werte", analysierte das Gallup-Institut, das die Eurobarometer-Umfrage in Österreich betreut hat.
Vergleichsweise niedrig auch die Befürwortung der Österreicher einer EU-Erweiterung um Rumänien und Bulgarien, die für Anfang 2007 geplant ist. Nur 21 Prozent der Befragten sagen Ja zum Beitritt Bulgariens, nur 17 Prozent zu jenem Rumäniens. Geringfügig lieber als ein Beitritt Rumäniens wäre den Österreichern dabei ein Beitritt der Ukraine, dem 18 Prozent etwas abgewinnen können. (apa)
